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Ein Erzieher steht unter Verdacht, eines seiner Kita-Kinder sexuell missbraucht zu haben. Am Dienstag klärte der Träger die Eltern auf. - © Symbolfoto: Pixabay / Creative Commons
Ein Erzieher steht unter Verdacht, eines seiner Kita-Kinder sexuell missbraucht zu haben. Am Dienstag klärte der Träger die Eltern auf. | © Symbolfoto: Pixabay / Creative Commons

Bielefeld Neue Erkenntnisse nach Missbrauchsverdacht in Bielefelder Kita

Infoabend des Kirchenkreises sorgt zum Teil für Beruhigung. Eltern sprechen Kita-Team Vertrauen aus und zeigen sich trotzdem enttäuscht

Jens Reichenbach
14.08.2019 | Stand 14.08.2019, 18:31 Uhr

Bielefeld. Die Nachricht von dem Kita-Erzieher, der eines seiner zu betreuenden Kinder sexuell missbraucht haben soll, hat für großes Entsetzen bei Kollegen, Verantwortlichen und vor allem bei den Eltern gesorgt. Am Dienstagabend konnten die Eltern der Einrichtung ihre Fragen und Sorgen loswerden. Der Kirchenkreis Gütersloh, der Träger der Kita im Bielefelder Süden ist, bot mehrere Hilfen an, doch viel Neues erfuhr man nicht. Was war passiert? Bereits vor den Sommerferien hatten die Eltern des betroffenen Kindes die Kita-Leitung über einen Verdacht informiert, der sich bei genauer Prüfung für die Verantwortlichen erhärtete, erläuterte Kirchenkreis-Sprecherin Frauke Brauns: "Die Kita-Leitung hat daraufhin den Kirchenkreis über den Missbrauchsverdacht unterrichtet." Der kirchliche Träger erstattete daraufhin Strafanzeige gegen den Mitarbeiter. Inzwischen ermitteln Kripo und Staatsanwaltschaft gegen den Erzieher, der umgehend suspendiert wurde. Träger geht von Einzelfall aus - Eltern bleiben verunsichert Aufgrund der Sommerferien war es für die Verantwortlichen schwierig, die Eltern zeitnah zu informieren. Am Dienstagabend kam nun trotzdem ein Elternabend zustande, bei dem Fachkräfte des Kirchenkreises in einer 80-minütigen Sitzung die Eltern aller Kinder über die neue Situation in der Kita aufklären wollten. "Zu dem Vorfall selbst gab es aber keine weiteren Erklärungen", so Brauns. "Darum sind wir von den ermittelnden Behörden gebeten worden. Aber wir haben trotzdem viele Fragen der Eltern beantworten können." Für viele Eltern wurden so allerdings ihre wichtigsten Fragen außen vor gelassen. Während der Träger von einem Einzelfall ausgeht, blieb bei ihnen große Unsicherheit. Wie erkenne ich, ob mein Kind betroffen ist? Die meisten Fragen der Eltern drehten sich um das Thema: "Wie erkenne ich, ob mein Kind auch betroffen ist?" Und genau das konnten die eingeladenen Expertinnen nicht eindeutig beantworten: "Jedes Kind reagiert anders." Eltern sollten daher ihre Kinder gut beobachten, aber nicht mit Fragen verunsichern. Aufmerksam werden sollte jeder, wenn das Kind ein verändertes Verhalten zeigt oder plötzlich nicht mehr in die Kita gehen möchte. Doch was mache ich in so einem Fall? "Der Tenor der Fachleute war immer wieder: Wenn ich unsicher bin, dann sollte ich mir Hilfe holen und Experten um Rat fragen", so Brauns. Große Betroffenheit und fachlicher sowie seelsorgerischer Bedarf Vor Ort boten Mitarbeiterinnen der Erziehungs-, Familien- und Krisenberatungsstelle Sennestadt (Diakonie für Bielefeld) und der "Ärztlichen Beratungsstelle gegen Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern" Unterstützung, Hilfe oder Gespräche. Aber auch die Kita-Fachberaterin des Kirchenkreises, die Geschäftsführerin des Verbundes sowie das Pfarrteam der zuständigen Kirchengemeinde boten fachliche und seelsorgerische Hilfe an. "Wir wollten bewusst ein großes Spektrum an Hilfen anbieten." Denn vor Ort zeigte sich, dass manche Eltern eher fachliche Aufklärung benötigten, andere eher seelsorgerische. "Wenn man weiß, wie viele Frauen in ihrem Leben von Missbrauch betroffen sind, ist es klar, dass manche sehr betroffen reagieren, auch wenn ihr Kind kein Opfer des Missbrauchs geworden ist", betont Brauns. Gute Nachricht für die Zukunft in der Kita: Die Sprecherin des Träger berichtete, dass die Eltern nach den offenen Worten der Kita-Leitung dem Erzieher-Team mit Applaus ihr Vertrauen aussprachen.

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