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Ein Haufen Schutt: Im Juli 2018 wurde die alte Volkeningschule abgebrochen. Seitdem tut sich nichts auf der Baustelle. - © Sylvia Tetmeyer
Ein Haufen Schutt: Im Juli 2018 wurde die alte Volkeningschule abgebrochen. Seitdem tut sich nichts auf der Baustelle. | © Sylvia Tetmeyer

Bielefeld Ungewöhnlich: Schuttberge werden in Bielefeld zu Parkplätzen

Sylvia Tetmeyer
14.08.2019 | Stand 15.08.2019, 07:16 Uhr

Bielefeld. Die Wellen schlugen hoch im 5. Kanton. Viele Anwohner waren traurig, als klar war, dass es keine Rettung mehr für die alte Volkeningschule geben wird. Vor etwa einem Jahr rückte der Abrissbagger an der Petristraße an. Seitdem liegt ein großer Schuttberg auf dem eingezäunten Areal. „Warum ist das noch nicht weggeräumt worden?" fragt sich ein Nachbar. Steine bleiben bewusst liegen Wie berichtet, plant das Johanneswerk auf dem 5.200 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber der Kirche ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Plätzen. Auf Nachfrage der erklärt Sprecherin Claudia Schröder, dass die zerkleinerten Steine der Schule bewusst auf der Fläche liegenbleiben. „Das Material wird an gleicher Stelle wieder eingebaut und in erster Linie für die Befestigung der Parkflächen verwendet", erklärt Schröder. Giebel gerettet Bereits beim Abbruch seien die Baustoffe, aus denen die Schule bestand, getrennt worden. Dabei sei der Giebel gerettet worden. Für den Untergrund der Parkplätze würde ausschließlich der Schotter als Recyclingmaterial verwendet. Wann es allerdings mit dem Bau losgehe, sei noch ungewiss. Bauamtsleiterin Catrin Hedwig erklärt, dass das Bebauungsplan-Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Anfang dieses Jahres habe es einen Aufstellungsbeschluss gegeben, über den in der Bezirksvertretung Mitte und im Stadtentwicklungsausschuss positiv entschieden worden sei. Nachdem die Pläne im April öffentlich im Bauamt ausgelegen hätten, müsse der Plan nun angepasst und den Politikern erneut zur Abstimmung vorgelegt werden. Viele positive Reaktionen „Wir hätten es gerne im September, wissen aber nicht, ob das Planungsbüro dann schon soweit ist", sagt Hedwig. Die Bauamtsleiterin ist jedoch optimistisch, weil bislang wenig Anfragen zu den Plänen eingegangen seien: „Es gibt kaum Probleme." Dennoch müsste der Bebauungsplan noch einmal für einen Monat öffentlich ausgelegt werden. Wenn die Baugenehmigung erteilt sei, könne der erste Spatenstich gemacht werden, „vielleicht im Frühjahr." Claudia Schröder teilt mit, dass auch das Johanneswerk viele positive Reaktionen auf das Bauvorhaben erhalten habe: „Der Bedarf ist da." Schuttberg wird noch bleiben Für die Bauleitplanung ist das Büro „Enderweit und Partner" zuständig. „Wir sind zurzeit dabei, die Anregungen und Bedenken einzuarbeiten, und warten noch auf ein schalltechnisches Gutachten", erklärt Detlev Winkler. Da darüber hinaus im Vorfeld einige Arbeitsaufträge abzuarbeiten seien, gehe er nicht davon aus, dass der Entwurf schon im September in den zuständigen Gremien vorgestellt werden könne. Realistisch sei eher Oktober oder November. „Wann dann tatsächlich mit dem Bau angefangen wird, ist sehr schwer zu sagen", so der Stadtplaner. Klar ist jetzt zumindest, dass die Anwohner sowie Lehrer und Schüler der angrenzenden Grundschule noch eine Weile mit dem Schuttberg vor ihrer Haustür leben müssen.

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