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Wichtige Unterschrift: Rainer Norden (Aufsichtsratsvorsitzender des evangelischen Klinikums Bethel, vorne v. l.), Michael Ackermann (Geschäftsführer Klinikum Bielefeld), Gerhard Sagerer (Rektor der Universität Bielefeld) und Johannes Hütte (Geschäftsführer Klinikum Lippe) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung für das Universitätsklinikum OWL. Frank Lohkamp (Geschäftsführer der medizinischen Fakultät, hinten v. l.), Claudia Hornberg (Gründungsdekanin), Isabel Pfeiffer-Poensgen (NRW-Wissenschaftsministerin), Karl-Josef Laumann (NRW-Gesundheitsminister) und Stephan Becker (Kanzler der Universität Bielefeld) schauen ihnen dabei zu. - © Wolfgang Rudolf
Wichtige Unterschrift: Rainer Norden (Aufsichtsratsvorsitzender des evangelischen Klinikums Bethel, vorne v. l.), Michael Ackermann (Geschäftsführer Klinikum Bielefeld), Gerhard Sagerer (Rektor der Universität Bielefeld) und Johannes Hütte (Geschäftsführer Klinikum Lippe) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung für das Universitätsklinikum OWL. Frank Lohkamp (Geschäftsführer der medizinischen Fakultät, hinten v. l.), Claudia Hornberg (Gründungsdekanin), Isabel Pfeiffer-Poensgen (NRW-Wissenschaftsministerin), Karl-Josef Laumann (NRW-Gesundheitsminister) und Stephan Becker (Kanzler der Universität Bielefeld) schauen ihnen dabei zu. | © Wolfgang Rudolf

Kooperation Jetzt geht’s los: Verträge für das Uniklinikum OWL unterzeichnet

Medizin-Fakultät: Die Universität Bielefeld kooperiert mit dem Klinikum Bielefeld, dem Klinikum Lippe und dem evangelischen Klinikum Bethel. 2021 starten die ersten 100 Studenten.

Carolin Nieder-Entgelmeier
17.07.2019 | Stand 17.07.2019, 20:41 Uhr

Bielefeld. Mit drei Krankenhausträgern aus OWL beginnt die Universität Bielefeld den Aufbau des Universitätsklinikums OWL. Damit für die ersten 100 Studenten, die im Wintersemester 2021/22 mit dem Medizinstudium beginnen, auch die klinische Ausbildung gesichert ist, hat Rektor Gerhard Sagerer eine Kooperationsvereinbarung mit dem Klinikum Bielefeld, dem Klinikum Lippe und dem evangelischen Klinikum Bethel unterzeichnet. Die klinische Ausbildung der Medizinstudenten wird aber offenbar auf weitere Krankenhäuser in OWL ausgeweitet. Im Kampf gegen den Hausärztemangel in OWL finanziert die NRW-Landesregierung seit zwei Jahren den Aufbau der ersten medizinischen Fakultät in OWL an der Universität Bielefeld. Ab 2025 soll der Betrieb im Endausbau mit jährlich 300 Studenten laufen. „Die Versorgung mit Ärzten ist in NRW ebenso ungleich verteilt wie die Verteilung der medizinischen Fakultäten. Damit ist ab 2021 Schluss", erklärt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Am Terminplan wird nicht gefackelt, denn wir brauchen dringend Ärzte." Der Schwerpunkt der Ausbildung an der neuen Fakultät liegt auf der Allgemeinmedizin. „Unser Ziel ist, dass die Studenten durch einen frühen Bezug in die praktische Arbeit in Kliniken und Praxen von der Region überzeugt werden und nach dem Studium in OWL als Mediziner arbeiten", so Laumann. Für das Universitätsklinikum OWL sollen 100 Professuren besetzt werden Der Verbund der drei Krankenhausträger soll die klinische Ausbildung der Medizinstudenten sicherstellen. Die Universität wird nach Angaben des Aufbaukoordinators der Fakultät, Frank Lohkamp, mit mehr als 24 Fachabteilungen in Krankenhäusern kooperieren. Die Kooperationsvereinbarung regelt laut Sagerer jedoch noch nicht, welche Fachabteilungen der ausgewählten Partner mit Aufgaben der Forschung und Lehre befasst sein werden. Zudem werden laut Sagerer rund 100 Professuren besetzt. Die ersten neun Mediziner habe die Universität bereits zu einer Bewerbung aufgefordert. Dazu zählen Rheumatologe Martin Rudwaleit sowie HNO-Arzt Holger Sudhoff vom Klinikum Bielefeld, Neurologe Wolf-Rüdiger Schäbitz, Kinder- und Jugendpsychiater Michael Siniatchkin, Anästhesist und Notfallmediziner Sebastian Rehberg und Kinderarzt Eckard Hamelmann vom Klinikum Bethel sowie Kardiologe Stephan Gielen vom Klinikum Lippe. Ab dem ersten Semester Kontakt zu Kliniken und Praxen Darunter sind aber auch Epilepsie-Experte Christian G. Bien vom Krankenhaus Mara in Bielefeld und Kardiologie Andreas Götte vom St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn. Zwei Mediziner aus Krankenhäusern, die bislang nicht am Aufbau des Universitätsklinikum OWL mitarbeiten. Westfalen-Lippes Ärztekammer-Präsident Theo Windhorst fordert in diesem Zusammenhang, dass bei der Besetzung der Professuren die Leistungen der Mediziner in der Forschung nicht über die in der Versorgung von Patienten gestellt wird. 2.000 Ärzte werden jährlich an den medizinischen Fakultäten in NRW ausgebildet. Das Problem: Nur 200 von ihnen entscheiden sich für eine Weiterbildung in Allgemeinmedizin. Spürbar ist dieses Missverhältnis vor allem in OWL, denn in vielen Kommunen fehlen Hausärzte. Um die hausärztliche Versorgung zu verbessern, finanziert die Landesregierung den Aufbau der Fakultät. „Damit steigern wir die Zahl der ausgebildeten Ärzte insgesamt und das Interesse an der hausärztlichen Versorgung mit dem Schwerpunkt Allgemeinmedizin", erklärt  Laumann. Alle Kooperationspartner hoffen auf den Klebeeffekt Ab dem ersten Semester sollen die Bielefelder Medizinstudenten Kontakt zu Ärzten in Kliniken und Hausarztpraxen haben, verspricht Gründungsdekanin Hornberg. „Wir setzen den Schwerpunkt Allgemeinmedizin, die wir mit Innovationen verknüpfen, denn die Ausbildung an der medizinischen Fakultät muss den medizinischen Herausforderungen der Zeit gerecht werden." Für Universitätsrektor Sagerer ist die Allgemeinmedizin der Bereich, der sich in den kommenden zehn Jahren wie kein anderer in der Medizin verändern wird. Alle Partner des Universitätsklinikums OWL sowie die Landesregierung erhoffen sich von dem Aufbau der medizinischen Fakultät und dem Universitätsklinikum OWL, dass möglichst viele Absolventen nach ihrem Studium in OWL bleiben. „Experten sprechen vom sogenannten Klebeeffekt. Dort, wo Menschen studieren, lassen sie sich oftmals auch in der Umgebung nieder. Darum ist für mich klar: Die Fakultät muss und wird eine Fakultät für ganz OWL sein", sagt Laumann. "Wir müssen die Studenten vom Standort OWL überzeugen." Laut Hornberg lässt sich das jedoch nur dann erreichen, wenn die Ausbildung an der Universität und in den Kliniken und Praxen qualitativ hochwertig ist. „Wir müssen die Studenten vom Standort OWL überzeugen." Davon sind auch die Kooperationspartner der Universität überzeugt. „Wir zeigen, dass Hochleistungsmedizin auch in ländlichen Regionen möglich ist. Wir müssen den Studenten zeigen, wie Erkenntnisse aus Forschung und Lehre in die Versorgung transformiert werden können", sagt der Geschäftsführer des Klinikums Lippe, Johannes Hütte. „Der Aufbau des Universitätsklinikums OWL bietet den Ärzten zudem mehr Gelegenheit für Spitzenforschung", ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Klinikums Bethel, Rainer Norden. Das Klinikum Bielefeld ist sicher, dass die drei Kooperationspartner beweisen werden, „dass der Aufbau des Universitätsklinikums OWL in der ärztlichen Versorgung Wirkung zeigen wird", so der Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld, Michael Ackermann.

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