Der Tatort in Werther-Theenhausen ist am Mittwoch weiträumig abgesperrt. Kurz nach der Tat soll der 55-Jährige Bielefelder den Mord am Telefon gestanden haben. - © Marc Uthmann
Der Tatort in Werther-Theenhausen ist am Mittwoch weiträumig abgesperrt. Kurz nach der Tat soll der 55-Jährige Bielefelder den Mord am Telefon gestanden haben. | © Marc Uthmann

Werther/Bielefeld Bluttat in Werther: Der Sohn gestand den Mord an Eltern am Telefon

Kurz nach der Tat rief der 55-Jährigen einen Freund. Als der am Tatort eintraf, lebte auch er nicht mehr

Jens Reichenbach
11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 16:22 Uhr |
Marc Uthmann

Werther/Bielefeld. Die Bluttat von Werther-Theenhausen bleibt auch einen Tag nach seinem Bekanntwerden ein Schock für die Angehörigen, für die Freunde und für die Nachbarn des getöteten Ehepaares (93, 87). Wie berichtet soll der 55-jährige Sohn aus Bielefeld seine betagten Eltern in ihrem Haus erstochen und sich anschließend selbst das Leben genommen haben. Für die Ermittler der "Mordkommission Theenhausen" fanden sich keinerlei Hinweise auf weitere an der Tat beteiligte Personen. Wie jetzt aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, hat der 55-Jährige die Tat sogar kurz vor seinem Tod eingestanden. Demnach rief er einen langjährigen Freund in Bielefeld an und sagte nur kurz: "Ich habe Scheiße gebaut. Fahr mal zu meinen Eltern." Indirekt gab er damit ein Geständnis ab. Während der Freund der Familie zum Haus der Senioren eilte, muss sich der 55-Jährige im Keller das Leben genommen haben. Der Sohn arbeitete seit seiner Krebserkrankung nicht mehr Kurze Zeit später fand der Freund die drei Toten im Haus und rief umgehend Rettungsdienst und Polizei. Wie zu erfahren war, soll der 55-Jährige an Krebs erkrankt gewesen sein, auch deshalb ging er nicht mehr seiner Arbeit bei der Post nach. Ob auch die schwere Krankheit des 55-Jährigen ein Grund für die blutige Eskalation am Mittwoch gewesen sein kann oder zumindest für seine Suizid-Entscheidung, ist nun Teil der Ermittlungen der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Markus Mertens. Der 55-Jährige soll sich sehr intensiv um seine betagten und teilweise hilfsbedürftigen Eltern gekümmert haben. Die Anspruchshaltung der Eltern soll dabei sehr hoch gewesen sein. Es kam immer wieder zu Streit zwischen dem verheirateten Sohn, der drei erwachsene Töchter hat, und seinen Eltern aus Theenhausen. Die Polizei kündigte an, dass Rechtsmediziner aus Münster im Laufe des Donnerstags die drei Leichen obduzieren werden. Die Ermittler hoffen, dass damit die Todesursache der drei Personen eindeutig festzustellen sein wird.

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