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Das Légère-Hotel ist eines der neueren Hotels in Bielefeld. - © Barbara Franke
Das Légère-Hotel ist eines der neueren Hotels in Bielefeld. | © Barbara Franke

Bielefeld Analyse ergibt: Bielefeld braucht mehr Hotels

19.06.2019 | Stand 18.06.2019, 13:17 Uhr

Bielefeld. Ein Experten-Ranking für die 15 größten NRW-Städte hat ergeben: Der Bielefelder Hotelmarkt erreicht Platz 7 der 15 größten Städte in Nordrhein-Westfalen und bleibt damit im Mittelfeld. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Hotelmarkt Report NRW 2019", ein qualitatives Ranking der 15 größten Städte im bevölkerungsreichsten Bundesland. Hinter dem Report steht die Schollen Hotelentwicklung GmbH aus Wuppertal, ein bundesweit in der Hotellerie tätiges Beratungsunternehmen, das regelmäßig Daten zu den Märkten in allen relevanten Städten auswertet und analysiert. Köln vorne Der Report soll Investoren, Projektentwicklern, Hotelgesellschaften, Banken, Sparkassen und Vertretern der untersuchten Städte eine Orientierungshilfe bieten. Ein Scoring-System bewertet zahlreiche Indikatoren zu den fünf Themenkomplexen Angebot und Nachfrage, Preisniveau, Wettbewerbssituation, Makrostandort und Zukunftsaussichten. Teilaspekte und Gesamtbewertung ordnet das Ranking dann auf einer Skala von Triple-Plus bis Triple-Minus ein. In der Gesamtbewertung setzte sich Köln mit einem erstmals in diesem Ranking vergebenen Triple-Plus an die Spitze, gefolgt von Bonn mit einem Doppel-Plus. Während Gelsenkirchen und Krefeld weiterhin das Schlusslicht mit einem Doppel-Minus bilden, ist Bielefeld nach wie vor mit einem neutralen Ranking in der Mitte angesiedelt. Im Zehn-Jahresvergleich 2008 bis 2018 nahmen die Übernachtungszahlen in den Hotelbetrieben Bielefelds (Hotels und Hotels garnis) demnach um 34,7 % zu, die Bettenzahl aber lediglich um 19 %. Im Jahr 2018 erreichte die Betriebsart Hotels eine durchschnittliche Bettenauslastung von 45,0 % bei einer angenommenen Zimmerauslastung der Hotels von 65 %. Nur zwei Hotels in der Pipeline Im Vergleich zu 2017 sei keine auffällige Veränderung im Gesamtranking 2019 zu erkennen, jedoch sehen die Experten einen künftigen Aufwärtstrend im Hinblick auf die Wettbewerbssituation. "Nachdem seit 2016 keine großen Projekte realisiert wurden, sind bis 2023 bislang nur zwei Hotels mit insgesamt 326 Zimmern in der Pipeline, in der Gesamtwertung gilt dies als ein gesunder Wachstumsprozess." Anteil der privaten Hotelbetreiber in Bielefeld auffällig hoch Besonders hervorzuheben war laut Schollen 2018 der hohe Anteil an Privathotellerie in Bielefeld. Was den Anteil der "Markenhotellerie" anbelangt, liege die Stadt im Gesamtranking auf dem letzten Platz. Die Privathotellerie hält einen Zimmeranteil von 57%, dies zeichne einen nur langsamen Strukturwandel ab. "Diese Analyse des Schollen-Teams zeigt somit Potenzial für weitere Hotelinvestitionen in der markengebundenen Hotellerie auf." Marktführer in Bielefeld Aktuell liege die Markführerschaft der beiden Betriebe von Légère Hotels mit 10,9% Zimmeranteil und Accor mit 9% Zimmeranteil. "Während die restlichen Hotelgesellschaften nur jeweils einen Betrieb und Zimmeranteile am Markt zwischen 4,8% und 7,1% halten, ist das größte Hotel, der Bielefelder Hof, mit 161 Zimmern weiterhin in privater Hand." Auf dem Beherbergungsmarkt in Bielefeld im Jahr 2008 entfielen 80,6% der Gesamtübernachtungen auf die Hotellerie, wobei die durchschnittliche Übernachtungsdauer in Hotels bei 1,6 und Hotels garnis bei 1,7 Tagen lag. "Mit saisonalen Veränderungen der Übernachtungen zu Winter- und Sommermonaten zählt Bielefeld zu den typischen Destinationen für Geschäftsreisende." Weiterhin Aufwärtstrend bei den Übernachtungen Fazit des Schollen-Reports: „Der Aufwärtstrend bei den Übernachtungen wird bestehen bleiben, vor allem wegen der verkehrsgünstigen (A2 und ICE-Anschluss) auf direktem Weg zwischen Berlin, Hannover und den Metropolen um Rhein und Ruhr gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum bietet. Damit hat Bielefeld aus unserer Sicht Potential für weitere Hotelinvestitionen, insbesondere für markengebundene Produkte, in den noch stark durch die Privathotellerie geprägten unteren und gehobenen Hotelsegmenten. Das Scoring für Bielefeld bleibt bei Neutral, jedoch mit klarerer Aufwärtstendenz."

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