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Beschäftigte von Dr. Oetker in Bielefeld nehmen für ihren Streikzug eine Fahrspur der Artur-Ladebeck-Straße in Beschlag. - © Sarah Jonek
Beschäftigte von Dr. Oetker in Bielefeld nehmen für ihren Streikzug eine Fahrspur der Artur-Ladebeck-Straße in Beschlag. | © Sarah Jonek

Bielefeld Oetker-Streik in Bielefeld sorgt für Verkehrsbehinderungen

Sebastian Kaiser
13.06.2019 | Stand 13.06.2019, 10:50 Uhr

Bielefeld. Rund 200 Mitarbeiter des Nahrungsmittelherstellers Dr. Oetker haben sich am Donnerstagmorgen an einem Warnstreik beteiligt. Unter anderem demonstrierten sie auf der Artur-Ladebeck-Straße, wo es zwischen 7.30 und 8 Uhr zu leichten Verkehrsbehinderungen kam. Zu dem Streik hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen. Unter den Streikenden waren Beschäftigte aus Produktion und Verwaltung des Dr. Oetker-Standortes Bielefeld sowie aus dem Werk Oerlinghausen. Insgesamt sind an den beiden Standorten rund 1.640 Menschen für das Unternehmen tätig. Gewerkschaft macht Druck Die NGG wollte damit ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen. Sie verlangt sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt. Zwei Verhandlungsrunden sind bereits gescheitert. Zuletzt hatte die Arbeitgeberseite ein Plus von 2,2 Prozent angeboten. "Das ist keine Basis", sagt NGG-Verhandlungsführer Mohamed Boudih. Zwar zeigt sich die Dr. Oetker-Geschäftsführung gesprächsbereit, doch "das macht nur Sinn, wenn es ein Angebot gibt, über das man reden kann", so Boudih. Mitarbeiter haben Überstunden geleistet Die NGG möchte eine schnelle Einigung erzielen. "Ich halte nichts davon, wochenlang um 0,1 Prozentpunkte zu feilschen", so Boudih. Das Unternehmen hätte im letzten Jahr ein enormes organisches Wachstum verzeichnet, für das viele Mitarbeiter Überstunden geleistet hätten. Das müsse nun honoriert werden, da auch die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr gut sei. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 24. Juni in Bielefeld statt. In Bielefeld produziert Oetker Backmischungen Sollte es dabei zu keiner Einigung kommen, droht die Gewerkschaft mit einer Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen. Verhandelt wird nur über einen Tarifvertrag für die Dr. Oetker-Beschäftigten in Bielefeld und Oerlinghausen. An anderem Standorten des Konzerns seien zum Teil bereits "ordentliche Abschlüsse" erreicht worden, so die Gewerkschaft. In Bielefeld sitzt die Dr. Oetker Hauptverwaltung. Zudem werden hier unter anderem Backmischungen und Backaromen hergestellt. In Oerlinghausen werden Müsli-Mischungen produziert. Die konkreten Auswirkungen des Warnstreiks wurden nach Unternehmensangaben noch nicht analysiert. In Geschäften werden davon aber nichts zu spüren sein.

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