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Gefragt: Neue Eigenheime erreichen Spitzenpreise. die nachfrage ist hoch. Beispielsweise das Baugebiet Hollensiek (Foto) war in kurzer Zeit ausverkauft. - © Andreas Zobe
Gefragt: Neue Eigenheime erreichen Spitzenpreise. die nachfrage ist hoch. Beispielsweise das Baugebiet Hollensiek (Foto) war in kurzer Zeit ausverkauft. | © Andreas Zobe

Bielefeld Baulandpreise in Bielefeld auf dem Höchststand

Grundstücke für Eigenheime sind letztes Jahr 18 Prozent teurer geworden, doch die Unterschiede in den Stadtteilen sind enorm: die wichtigsten Werte für Mieter, Käufer und Häuslebauer im Überblick

Sebastian Kaiser
25.05.2019 | Stand 26.05.2019, 02:57 Uhr

Bielefeld. Die Preise für Grundstücke, Häuser und Wohnungen haben in Bielefeld neue Höchstmarken erreicht. Vor allem Bauplätze für freistehende Einfamilienhäuser sind gefragt. Wie der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in seinem jüngsten Marktbericht schreibt, stiegen Kurse gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent. Das Angebot ist knapp, die Nachfrage hoch. In sehr guten lagen in Mitte, Dornberg oder Gadderbaum wurden Durchschnittspreise von bis zu 490 Euro pro Quadratmeter für Einfamilienhausgrundstücke ermittelt. In normalen Lagen waren es in der Spitze 320 Euro in Gadderbaum und 290 Euro im Bezirk Mitte. Am günstigsten waren Bauplätze in Stieghorst, wo durchschnittliche Preise von 230 Euro pro Quadratmeter errechnet wurden. Preise wirken sich auch auf die Mieten aus Die Preise für Grundstücke, auf denen mehrgeschossige Häuser gebaut werden können, liegen auf ähnlich hohem Niveau. Das wirkt sich auch auf die Mieten aus. Die bewegen sich laut Mietspiegel in einem Spektrum von 5,29 pro Quadratmeter für Altbauten bis zu Durchschnittspreisen von 10,24 Euro in Neubauten. Je nach Ausstattung und Lage können sie auch weit darüber liegen. Große Unterschiede gibt es auch bei den Mieten für Geschäftsräume. Der IHK-Mietpreisatlas nennt Eckwerte von bis zu 120 Euro pro Quadratmeter in 1a-Lagen in der City. In Senne beginnen Ladenmieten dagegen schon bei vier Euro pro Quadratmeter. Insgesamt hat der Gutachterausschuss 3.113 Kaufverträge ausgewertet. Damit wurden im letzten Jahr 977 Millionen Euro umgesetzt. Die Tendenz: Die Größe der verkauften Flächen nimmt insgesamt ab, die Kaufpreise steigen. Eigentumswohnungen liegen bei 3.000 Euro pro Quadratmeter Für neugebaute Ein- und Zweifamilienhäuser mit Grundstücken zwischen 350 und 800 Quadratmetern mussten 2018 durchschnittlich 483.000 Euro gezahlt werden. Für zwischen 2010 und 2017 gebaute Häuser dieser Art lag der Wert bei 379.000 Euro. Eine neue Doppelhaushälfte oder ein Reihenendhaus schlugen mit 354.000 Euro zu Buche. Eine gebrauchte Doppelhaushälfte in normaler Wohnlage kostete durchschnittlich rund 270.000 Euro. Ebenso sind die Preise für Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen deutlich gestiegen. So wurden für neuwertige Eigentumswohnungen im letzten Jahr durchschnittlich rund 3.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Bei Gewerbegrundstücken wurde ein eher gleichbleibendes Preisniveau beobachtet. Entwicklung hält an „Solange die Kreditzinsen niedrig bleiben, werden die Preise weiterhin steigen", sagt der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Rainer Nuss. Hinzu kommt: Bielefeld wird immer attraktiver für Investoren. Dazu tragen etwa der Ausbau des Hochschulcampus, den Aufbau der medizinischen Fakultät oder Einrichtungen wie der Campus Handwerk bei. „Auch internationale Kapitalanleger haben ein Auge auf Bielefeld geworfen", sagt Egon Strathoff, stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses. Kapitalanleger hoffen auf Wertzuwachs In der City, wo in Top-Lagen Grundstücke mit mehreren Tausend Euro pro Quadratmeter bewertet werden, sind häufig große Immobilienfonds Eigentümer von Geschäftshäusern. In anderen Städten ist die Situation bereits deutlich ausgeprägter. „Mehr als 50 Prozent der baulandrelevanten Investitionen werden in Deutschland mit ausländischen Kapital getätigt", berichtete Hilmar von Lojewski vom Deutschen Städtetag jüngst beim Bielefelder Stadtentwicklungskongress. „Da geht es nur um die Hoffnung auf Wertzuwachs nicht um laufende Erträge. Auch solche Spekulationen treiben die Preise."

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