Steuerung per App: Stefan Breit (Geschäftsführer Technik), Markus Miele und Michael Junker (Leiter Werk Bielefeld) mit dem 20-millionsten Geschirrspüler. Der wird jetzt verschenkt. - © Barbara Franke
Steuerung per App: Stefan Breit (Geschäftsführer Technik), Markus Miele und Michael Junker (Leiter Werk Bielefeld) mit dem 20-millionsten Geschirrspüler. Der wird jetzt verschenkt. | © Barbara Franke

Bielefeld Gesucht wird die älteste Spülmaschine Bielefelds

Erfolgsgeschichte: Markus Wortmann und seine Kollegen haben jetzt im Miele-Werk den 20-millionsten Geschirrspüler produziert. Wer zu Hause das älteste noch funktionierende Gerät des heimischen Herstellers hat, bekommt ein besonderes Geschenk

Ivonne Michel
19.05.2019 | Stand 19.05.2019, 13:10 Uhr

Bielefeld. Mit dem Firmenchef hat Markus Wortmann nicht nur den Vornamen gemein. Auch die Liebe zur Technik, ganz genau gesagt zu Miele-Geschirrspülern, verbindet die beiden. Als 16-Jähriger fing Wortmann als Hilfsarbeiter im Bielefelder Werk an. Heute, 32 Jahre später, gehört der 48-Jährige zum Team, das den 20-millionsten Geschirrspüler produziert hat, Hightech inklusive. „Es hat sich schon viel verändert bei den Geräten", sagt Wortmann. Schon als kleines Kind habe er Miele kennengelernt. Die Eltern hätten immer auf die Markengeräte gesetzt, der Vater gern beim Traditionsunternehmen arbeiten wollen. „Dann hat’s bei mir geklappt", berichtet Wortmann. Ohne Ausbildung sei er nach und nach in die Technik hineingewachsen – und hat sich mit ihr über die Jahre weiterentwickelt. Nach etlichen Jahren Erfahrung am Produktionsband kennt er alle der rund 300 Einzelteile eines Geschirrspülers. Und weiß genau, worauf es ankommt. Aktuell arbeitet er in der hauseigenen Reparatur. Gehen Geräte heute schneller kaputt? Die Vermutung, dass Haushaltsgeräte heutzutage nicht mehr so lange halten wie früher, schneller kaputt gehen, hat er schon oft gehört. „Das trifft auf unsere Geschirrspüler und Geräte generell aber nicht zu", sagt Stefan Breit, Geschäftsführer Technik. Auch die neuen Geräte werden einem auf 20 Jahre angelegten Langlebigkeitstest unterzogen. Die 20-millionste Spülmaschine gehört zur Generation G 7000, ist mit farbigem Touch-Display, automatischer Dosierung und Steuerung per App ausgestattet. 2.500 Geschirrspüler werden täglich am Standort Bielefeld produziert, etwa die Hälfte der rund 900.000 im Jahr verkauften. Neben Deutschland gehören die USA und Australien zu den Hauptabsatzmärkten, so Breit. In Australien sei das Thema Wassereinsparung ein ganz wichtiges. Online-Suchaktion startet am Montag „Unserem 20-millionsten Geschirrspüler steht eine spannende Reise bevor", sagt Markus Miele, geschäftsführender Gesellschafter. Er bekommt keinen Ehrenplatz im Unternehmen, sondern wird verschenkt. „An den Besitzer der ältesten, noch funktionierenden Miele-Spülmaschine", ergänzt Miele. Diesen ermittelt das Unternehmen in einer Online-Suchaktion, die am Montag startet. Er sei sehr gespannt, welche Schätze da zutage kommen. Erfolg ließ anfangs auf sich warten Nicht nur den 20-millionsten Geschirrspüler feiert Miele – auch den 90. Geburtstag des besonderen Küchenhelfers. Als das Unternehmen 1929 – zur Zeit der Weltwirtschaftskrise – Europas ersten elektrischen Geschirrspüler, einen runden Metallbottich mit zwei Körben für Geschirr und Besteck, auf den Markt brachte, ließ der Erfolg allerdings noch auf sich warten. „Der Markt war noch nicht soweit", sagt Miele. „Das Gerät war recht teuer – und die wenigen, die es sich hätten leisten können, hatten Bedienstete, die sich um den Haushalt kümmerten." Nennenswerte Verbreitung in Privathaushalten fand der Geschirrspüler erst ab 1960, als Miele in Bielefeld die Produktion von Fahrrädern und motorisierten Zweirädern auf die Serienfertigung von voll automatisierten Schirrspülern umstellte. Erst ab da habe dann – genau genommen – auch die Zählung der Stücke begonnen. „Tag der offenen Ausbildung" am 19. Juni Wie berichtet sind Geschirrspüler für Miele ein Erfolgsmodell. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden rund 865.000 Geräte verkauft, etwa drei Prozent mehr als im Jahr davor. Eine stärkere Einbindung des Werks im tschechischen Unicov solle, so Breit, einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und Arbeitsplätze beider Standorte leisten. Infolge dessen können in der Bielefelder Geschirrspüler-Fertigung bis 2021 bis zu 180 Stellen wegfallen. Ausbildungen bietet das Familienunternehmen in ganz unterschiedlichen Bereichen an. An den beiden Standorten Bielefeld und Gütersloh gibt jedes Jahr einen „Tag der offenen Ausbildung", an dem sich Schüler und Eltern über die verschiedenen Möglichkeiten informieren können. Termin in Bielefeld ist der 19. Juni, 9 bis 16 Uhr.

realisiert durch evolver group