Was für eine Magie: Kovacs ließ die rappelvolle Nicolaikirche zu einem mystisch-diabolischen Ort werden. - © Kurt Ehmke
Was für eine Magie: Kovacs ließ die rappelvolle Nicolaikirche zu einem mystisch-diabolischen Ort werden. | © Kurt Ehmke

Bielefeld Das Festival "Ausgehen mit Freunden" begeistert in Bielefeld

Mehr als 1.000 Menschen feiern einen besonderen Abend mit überraschend starken und markanten Künstlern. Ein Kracher: Kovacs in der Kirche.


Bielefeld. Die Premiere von „Ausgehen mit Freunden" war ein Erfolg: Das abendfüllende Musik- und Wortfestival der besonderen Art lockte am Samstag bis in die Nacht mehr als 1.000 Menschen in die Stadt. Runter vom Sofa, rein in die Disko, die Kirche, die Volksbank, den Club und auch den herumrollenden Sparrenexpress, lautete das Motto der Veranstaltung. Sieben Orte, 18 Künstler Der Versuch, mit einem Bändchen abends sieben Veranstaltungsorte mit 18 Künstlern zu verbinden, gelang. Beteiligt an der Veranstaltung von Hans Stratmann vom gleichnamigen Konzertbüro war auch die NW. Die NW machte den Auftakt: In der Lobby der neuen Volksbank am Kesselbrink präsentierte sie ab 18 Uhr ihren Hate-Slam, einen humorvoll-kritischen Blick auf das, was Leser (und besonders die Internet-Nutzer) so zu sagen und zu posten haben, was sie offenbar einfach mal loswerden müssen. Es herrschte gewaltiger Andrang, die Besucher standen bis auf den Vorplatz der Volksbank hinaus. Es gab 80 Stühle, mehr als doppelt so viele Interessierte waren gekommen. Lisa Feller ersetzt die kranke Dagmar Schönleber Dass das nicht immer leserbrieftauglich ist, ist dem Publikum nach wenigen Minuten klar. NW-Bielefeld-Chefin Andrea Rolfes hat mit NW-Online-Chef Christian Lund ihre Freude, als er dieses Statement eines Lesers vorträgt: „Überall, wo Schlampen in Machtpositionen gekommen sind, herrscht Chaos. Siehe Merkel und von der Leyen." Um 20.45 Uhr ist in der Volksbank dann Lisa Feller anstelle von Dagmar Schönleber aufgetreten. Schönleber war krank geworden. Standing Ovations in der Kirche In der Nicolaikirche sammelte am frühen Abend Antje Schomaker Standing Ovations - für ein bezauberndes Konzert und ihre besonderen Texte, sehr besonderen Anmoderationen und eine beeindruckende Akustik. Festival in der Kirche, funktioniert das? Und wie, zeitweise war die Kirche rappelvoll, Pfarrer inklusive. Und auch Kovacs, die auf Schomaker folgt und als eine der wenigen Bands des Abends nicht auf Deutsch singt, faszinierte mit ihrer kraftvollen Stimme im Kirchenraum. Mit ihrer irren Stimme, einer gewaltigen Band und einer mystisch-diabolischen Show schaffte sie im Altarraum eine Magie, die der Kirche gut stand, weil sie mutig ist, so etwas zuzulassen. Respekt, Herr Pfarrer für diese Offenheit. Tosenden Applaus gab es am Ende, sicher auch ein bisschen für die Gemeinde. Kurzstrecken-Konzerte in der Bahn Parallel lud Radio Bielefeld zu einer besonderen Konzert-Form ein – im Sparrenexpress gab es zwischen Obernstraße, Jahnplatz und Schüco „Kurzstrecken-Konzerte", angelehnt an das beliebte Kurzstrecken-Ticket gab es zwischen den Haltestellen ordentlich was auf die Ohren; von mehreren Bands. Auf die Ohren - das war das Motto des Abends. Tolle Stimmung im wiederbelebten "Movie" Auch im wiederbelebten "Movie" am Hauptbahnhof ist die Stimmung gut. Die fünf Bielefelder Jungs von "Moe & Band" ließen es flott angehen - um dann dem Publikum lächelnd zu sagen, dass das erste Stück auch das tanzbarste Stück des Abends war. Wer nicht getanzt hatte, bekam aber trotzdem weiterhin gute Musik auf die Ohren. Und im "Nummer zu Platz" zeigte sich Dena von ihrer besten Seite. Genauso wie es bei Rapper Amewu im Stereo richtig lässig und gechillt abging - auch hier: beste Stimmung.

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