Der Mann dreht sich um und sprühte dem gestürtzten Kontrahenten Pfefferspray in die Augen. Die Polizei ermittelt. - © Jens Reichenbach / Andreas Frücht
Der Mann dreht sich um und sprühte dem gestürtzten Kontrahenten Pfefferspray in die Augen. Die Polizei ermittelt. | © Jens Reichenbach / Andreas Frücht

Bielefeld Bielefelder bei Pfefferspray-Attacke verletzt - wann darf ich es einsetzen?

44-jähriger Mann gerät mit Pärchen in Streit und stürzt zu Boden. Das sprüht ihm der Mann Reizgas in die Augen

Jens Reichenbach
11.05.2019 | Stand 11.05.2019, 19:42 Uhr

Bielefeld. Nach einem Streit zwischen einem Mann (44) und einem unbekannten Paar am Dienstag an der Ecke Bahnhof- / Jöllenbecker Straße sucht die Polizei nun denjenigen, der den 44-Jährigen mit einem Pfefferspray verletzt haben soll. Wie die Polizei mitteilte, beobachtete ein Zeuge (18) gegen 21.15 Uhr einen handfesten Streit. Ihm zufolge war der spätere Pfefferspray-Täter in Begleitung einer Frau auf der Bahnhofstraße in Richtung Innenstadt unterwegs, als der 44-Jährige die Frau an der Ecke Jöllenbecker Straße anspricht. Daraufhin kam es zu einem Wortgefecht, bis das Paar weiterging. Der 44-Jährige war offenbar aber sehr erzürnt. Er lief beiden hinterher und versuchte den Mann zu treten. Dabei kam der 44-Jährige jedoch zu Fall. Der Unbekannte drehte sich in diesem Moment um und sprühte ihm Pfefferspray in die Augen. Anschließend entfernte sich das Paar weiter in Richtung Innenstadt. Wann darf man eigentlich Pfefferspray einsetzen? Viele Menschen, vielfach auch Frauen, führen zu ihrer Verteidigung Pfefferspray oder CS-Gas mit sich. Aber dürfen sie es überhaupt einsetzen? Während man Tierabwehr-Sprays kaufen, besitzen und mitführen darf, gelten andere Reizgas-Sprays als Waffe. Dafür benötigt man einen kleinen Waffenschein. Wer Tierabwehr- oder andere Sprays gegen Menschen einsetzt, begeht aber in fast allen Fällen eine gefährliche Körperverletzung - also eine Straftat. Ungestraft ist der Einsatz nur in einer Notwehrsituation. Ob Notwehr in Frage kommt, entscheidet je nach Fall später die Staatsanwaltschaft oder sogar vor Gericht ein Richter. Liegt der Angreifer am Boden, ist in der Regel nicht mehr von einer Notwehrsituation auszugehen. Im Bielefelder Fall ermittelt die Polizei nun wegen gefährlicher Körperverletzung: Der Täter (30 Jahre, 1,75 Meter, kräftige Statur) sieht laut Polizeibericht osteuropäisch aus und hat vermutlich eine Glatze. Er trug eine Baseballkappe, eine grüne Jacke und blaue Jeans. Seine Begleiterin soll relativ klein gewesen sein und trug ihre dunklen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sachdienliche Zeugenhinweise an das Kriminalkommissariat 14 der Polizei unter Tel. (05 21) 54 50.

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