Die Hebammenzentrale ist gerettet. - © Symbolfoto: Pixabay
Die Hebammenzentrale ist gerettet. | © Symbolfoto: Pixabay

Bielefeld Bielefelds Hebammenzentrale ist gerettet

Der Service für werdende und frische Mütter war akut gefährdet. Jetzt geht es weiter mit der Beratung und Vermittlung - zum Glück aller Beteiligten

Ansgar Mönter
03.05.2019 | Stand 03.05.2019, 11:58 Uhr

Bielefeld. Die Hebammenzentrale für Bielefeld und den Kreis Gütersloh ist gerettet. Sie besteht weiter, weil sie ab sofort mit jährlichen Zuschüssen der Stadt Bielefeld - 10.000 Euro - und des Kreises Gütersloh - 5.000 Euro - unterstützt wird. Für werdende und frische Mütter ist das eine sehr gute Nachricht, ebenso für die rund 100 freiberuflichen Hebammen, die Mitglied des Vereins Hebammenzentrale sind. "Wir wären in die roten Zahlen gerutscht" Vor etwa einem Jahr versandte die Hebammenzentrale einen Brandbrief. Ihre Existenz war gefährdet, es fehlte Geld. "Wir wären absehbar in die roten Zahlen gerutscht", berichtet Ina Stender, Schatzmeisterin. Selbst der enorme Mitgliedsbeitrag von 144 Euro pro Mitglied reichte nicht mehr. Den Akteurinnen wurde aber bewusst, dass sie eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe über mehr als 20 Jahre anboten, jedoch nie gesellschaftlich dabei unterstützt wurden. Vertreter aller Parteien meldeten sich "Wir dachten, das war's", erinnert sich die zweite Vorsitzende Julia Buschmann. Doch plötzlich meldeten sich Vertreter aller im Stadtrat sitzenden Parteien bei den Hebammen. Sie äußerten ihr Wohlwollen, erkannten den Wert der gesellschaftlichen Hebammenzentrale und signalisierten Hilfe. Unterstützung kam auch seitens der Stadtverwaltung wie von Dezernentin Anja Ritschel. Das Ergebnis ist die Förderung mit 15.000 Euro jährlich. "Darüber sind wir sehr froh", sagt Buschmann. "Wir hoffen auf neue Mitglieder" Mit dem öffentlichen Geld im Rücken konnte die Hebammenzentrale den Mitgliedsbeitrag jetzt auf annehmbare 30 Euro senken. Etwa 100 Hebammen sind derzeit dabei, zwei Drittel aus Bielefeld, ein Drittel aus dem Kreis Gütersloh. "Wir hoffen natürlich dadurch, jetzt neue Mitglieder zu finden", sagt Buschmann. Mehr freie Hebammen würde einen noch besseren Service für werdende und frische Mütter bedeuten. Denn die Hebammenzentrale berät und vermittelt auf der Suche nach einer Hebamme. Das Angebot ist aber knapp, es gibt nicht mehr genügend Frauen, die diesen Beruf wählen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Bezahlung dürftig. Bezahlung auf Mindestlohnniveau Hebamme Julia Buschmann hat ausgerechnet, dass sie oftmals nach Abzügen aller Kosten auf einen Stundenlohn von 9 Euro kommt - was Mindestlohnniveau ist. Auf der anderen Seite stehen Hebammen bei ihren Kundinnen sieben Tage jeweils 24 Stunden in Bereitschaft. "Wenn es Probleme oder Notlagen gibt, müssen wir für die Mütter da sein", sagt Hebamme Ina Stender. Sie tragen sehr viel Verantwortung. Alle werdenden Mütter haben die Möglichkeit, sich während der Schwangerschaft und nach der Geburt von einer Hebamme betreuen und beraten zu lassen. Krankenkassen übernehmen die Leistung. Wer mehr darüber erfahren möchte oder eine Hebamme schon konkret sucht, kann sich bei der Hebammenzentrale dienstags bis donnerstags von 9 bis 11 Uhr beraten lassen unter Tel. (0521) 270 42 02.

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