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Verkehrsinitiativen fordern, dass am Hauptbahnhof deutliche Hinweise auf die künstige Radstation in der früheren Hauptpost angebracht werden. - © Dennis Angenendt
Verkehrsinitiativen fordern, dass am Hauptbahnhof deutliche Hinweise auf die künstige Radstation in der früheren Hauptpost angebracht werden. | © Dennis Angenendt

Bielefeld Ersatz-Radstation in Bielefeld verzögert sich - wohin mit den Rädern?

Verkehrsinitiativen fordern am Hauptbahnhof deutliche Hinweise auf die provisorische Radstation in der früheren Hauptpost

Joachim Uthmann
02.04.2019 | Stand 02.04.2019, 15:07 Uhr
Die neue Radstation könnte am alten Standort, an dem der alte Güterschuppen abgerissen ist, gebaut werden. - © Dennis Angenendt
Die neue Radstation könnte am alten Standort, an dem der alte Güterschuppen abgerissen ist, gebaut werden. | © Dennis Angenendt

Bielefeld. Die Radstation im alten Güterschuppen am Hauptbahnhof ist abgerissen. Seitdem warten Radfahrer und Pendler auf einen Ersatz. Doch der verzögert sich. Solange gibt es nur eine Notlösung. Verkehrsinitiativen üben heftige Kritik.

Mit zwei großen blauen Transparenten forderten der Verkehrsclub VCD und die Initiative "Radentscheid" vor der früheren Hauptpost an der Nahariyastraße, wo die Ersatzlösung geplant ist, dass zusätzlich am Hauptbahnhof deutlich auf die provisorische Radstation hingewiesen wird.

Rampe zu Depot im Keller

"Es ist schon deprimierend, dass die Notlösung versteckt ist und es am Bahnhof keine Informationen und Wegweiser auf das Raddepot gibt", betonte Martin Schmelz vom VCD: "Der alte Standort ist längst als Parkplatz ausgewiesen, aber Schilder zur Radstation fehlen. So geht das nicht."

Deshalb wollen die Initiativen Stadt und die Verkehrsbetriebe MoBiel, die die Station betreiben, "Beine machen", so Schmelz. Sie warten auch auf die versprochenen Fahrradkäfige, die an der Nahariyastraße zusätzliche Abstellmöglichkeiten bilden sollen. Mit Kreide markierten die Verkehrsaktivisten dort die Umrisse.

Stadt und MoBiel hatten versprochen, dass im März die Übergangs-Radstation in der früheren Hauptpost in Betrieb gehen kann. Doch die Arbeiten verzögerten sich, weil der Umbau aufwendiger sei als gedacht. Der Betonboden, der geöffnet werden muss, sei dicker als erwartet, zudem müsse eine Rampe eingebaut werden, weil das Depot im Keller untergebracht wird.

Ärger über kurze Öffnungszeiten

Als Notlösung nutzt MoBiel derzeit die frühere Posteingangshalle. Radfahrer können ihre Räder da aber nur zu bestimmten Öffnungszeiten, von 6 bis 10 Uhr und von 14 bis 19 Uhr, abgeben oder abholen. Das ärgert viele. Stammkundin Almut Lenz ist häufiger auf Dienstreisen mit dem Zug unterwegs: "Wenn ich zurückkomme, ist die Station zu."

Die eigentliche Übergangsstation soll wieder länger geöffnet sein, verspricht MoBiel. Das gelte dann auch für Etiennes Radladen, der schon in der alten Station Service und Reparatur anbot. Allerdings verbirgt sich der Eingang hinter einem großen Gebäudevorsprung, so dass er direkt vom Bahnhof nicht zu sehen ist. Umso mehr seien Hinweisschilder nötig.

Mehr Stellplätze nötig

Die Initiativen drängen auch darauf, dass mehr Stellplätze geschaffen werden. Die alte Station hatte 340, die Übergangslösung nur 200. Mit zusätzlichen Fahrradkäfigen an Nahariyastraße und Joseph-Massolle-Straße (hinter dem Bahnhof) sollen 140 dazu kommen. Auf Dauer seien, gerade angesichts der angestrebten Verkehrswende, aber deutlich mehr erforderlich, fordert Schmelz.