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NW-Praktikantin Alice Mathieu hat für die NW den Test gemacht. - © Oliver Krato
NW-Praktikantin Alice Mathieu hat für die NW den Test gemacht. | © Oliver Krato

Bielefeld Test: So kann man in Bielefelder Geschäften richtig sparen

Wer beim Shoppen sparen will, sollte vorher die Preise im Internet checken. Das lohnt sich zum Teil richtig, wie unser Test zeigt

Alice Mathieu
02.04.2019 | Stand 02.04.2019, 21:46 Uhr

Bielefeld. Beim Shoppen lohnt es sich, Preise genauer unter die Lupe zu nehmen – und im Laden zu feilschen. Denn wer vorher ins Internet schaut, kann ordentlich sparen. Nämlich genau dann, wenn es dort das gleiche Produkt zu einem günstigeren Preis gibt. Wir haben den Test gemacht. Zwischen online und offline mal eben 15 Prozent Differenz Unterwegs in der Bahnhofstraße entdecken wir bei Douglas einen Duft von „Lancome – La vie est belle" für 79,99 Euro. Wir schauen auf Douglas.de nach. Preis dort: 69,99 Euro. Wir fragen bei einer Mitarbeiterin nach. Ohne zu zögern, bietet sie uns an, die 10 Euro an der Kasse abzuziehen. Vor der Parfümerie treffen wir auf Saskia (23). Sie hat gerade eine Gesichtscreme für 28,99 Euro gekauft. Wir machen mit ihr den Check und schauen, wie teuer die Creme im Online-Shop ist. Und tatsächlich, auch diese ist dort günstiger: 17,99 Euro für dasselbe Produkt. Wir berichten Saskia von unseren eigenen Erfahrungen mit Douglas. Sie ist überrascht, traut sich aber nicht, direkt wieder in den Laden zu gehen, um zu verhandeln. Bei der nächsten Gelegenheit will Saskia aber definitiv nachhaken, sagt sie. Gerne etwas mehr für eine fachgerechte Beratung Antje und Chris Büsing waren bei ihrem Einkauf vorausschauender: Nachdem sie sich bei „Media Markt" eine Waschmaschine ausgesucht hatten, bestellten sie genau diese im Online-Shop der Firma und zahlten rund 50 Euro weniger. „Ich verstehe, wenn Großanbieter wie Amazon günstiger verkaufen, aber wenn Unternehmen ein und dasselbe Produkt auf ihrer Webseite preiswerter anbieten, ist das ungerecht", sagt Chris Büsing. Für eine fachgerechte Kaufberatung im Geschäft, sagen die Bürings, sind sie bereit, den höheren Offline-Preis zu zahlen. Aber nur solange die Differenz nicht zu hoch ist. Außerdem zeigen viele Bielefelder Verständnis für kleine inhabergeführte Geschäfte. Damit es diese weiter gibt, sind viele Kunden bereit, auch einen etwas höheren Preis zu bezahlen, sagen sie. Die großen Unternehmensketten seien darauf aber nicht angewiesen. Sind die Preisunterschiede rechtlich vertretbar? Aber sind diese Preisunterschiede aus rechtlicher Sicht vertretbar? Ja, sagt eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale. Denn es gebe kein Gesetz, welches die Unternehmen zu einer einheitlichen Preisgestaltung verpflichte. Die Online- und Offline-Shops handelten mit unterschiedlichen Strukturen. Im Internet hätten Kunden immer ein Widerrufsrecht, während der Ladenverkauf seine Umtauschmöglichkeiten selbst festlegen könne. Trotzdem seien die Unternehmen an bestimmte Auflagen gebunden, teilt die Rechtsabteilung der Verbraucherzentrale mit. Die Freiheit, Preise beliebig zu variieren, höre spätestens bei der Diskriminierung von Personen auf. Konkret heißt das: Der Wert einer Ware darf nicht nach dem Aussehen des Kunden festgelegt werden, so die Verbraucherzentrale. Der Rest aber ist das freie Spiel der Kräfte – wer genau hinsieht, kann sparen.

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