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Auf dem Kesselbrink montieren Sven Richter und seine Kollegen das neue Großspielgerät. - © Andreas Zobe
Auf dem Kesselbrink montieren Sven Richter und seine Kollegen das neue Großspielgerät. | © Andreas Zobe

Bielefeld Bielefelds Kesselbrink wird zur Riesen-Spielfläche

Loop-Großspielgerät für Klettern, Rutschen und Schaukeln wird aufgebaut, Calisthenics-Anlage versprüht Hauch vom Venice Beach

Joachim Uthmann
28.03.2019 | Stand 23.04.2019, 14:10 Uhr

Bielefeld. Die Zeit der Baustelle auf dem Kesselbrink soll Ende April endlich vorbei sein. Der Aufbau des neuen Loop-Großspielgeräts hat begonnen, die Eröffnung soll in Kürze folgen. Das Projekt hatte sich immer wieder verzögert. Jetzt ist Norbert Wecker vom Umweltbetrieb aber zuversichtlich, dass im Frühjahr das neue Sport- und Spaßangebot auf dem 2012 neu gestalteten zentralen Platz Kinder, Jugendliche, Familien und Sportler anzieht. Gelbe Stangen, dicke Taunetze Gelb leuchten die dicken Metallstangen des Gerüsts, das Melanie Köppe vom Hersteller Kompan (Flensburg) und ihre Mitarbeiter auf den Kesselbrink schrauben. Darin eingehängt werden dicke Taunetze, an denen Spiel-, Kletter- und Rutschelemente hängen. Die beiden Großgeräte sind da vorgesehen, wo bei der Neugestaltung des Platzes der angelegt war. Der kam in den ersten Saisons bei den Bielefeldern sehr gut an und wurde viel genutzt. Doch er ging ein, weil er den Belastungen nicht gewachsen und mangelhaft angelegt war. Der Rechtsstreit mit der damaligen Firma führte zu keiner sinnvollen Lösung. Alternative für schadhaften Rasen Deshalb entschloss sich die Stadt, ihn entfernen zu lassen. Dafür sollte das Büro Lützow 7 (Berlin), das die Kesselbrink-Neugestaltung entwarf, Ideen für Alternativen erarbeiten. Mit Spiel und Sport erhofft man sich neue Attraktionen, mehr Leben und ein verträglicheres Publikum auf dem Platz, auf dem sich auch immer wieder Problemgruppen aufhalten und von manchen als störend empfunden werden. Erleichtert wird das Projekt, weil für die Kosten von 895.000 Euro rund 700.000 Euro durch Zuschüsse gedeckt sind. Der Stadt-Anteil liegt bei 195.000 Euro. Trotzdem dauerte es, bis jetzt endlich gebaut wird. Denn vor allem die Calisthenics-Anlage ist eine Einzelanfertigung, bei der es Anlaufschwierigkeiten gab. Rasen auf den Stufen 2019 sollte alles längst in Betrieb sein. Doch die Module für das Großspielgerät mussten erst mal wieder eingelagert werden, weil es schon wieder Winter wurde. Doch jetzt könne es losgehen, so Wecker. Als erstes ließ die Stadt die Betonfundamente für die bis zu 2,90 Meter hohen Geräte gießen, dann die Fläche asphaltieren. Jetzt folgt die Montage der Geräte. Stehen sie, wird eine Fallschutzschicht aus Granulat und darauf als Abschluss eine Kunststoffdecke eingebaut. Die schmalen Flächen oberhalb zwischen den Stufen werden aber wieder mit Rasen eingesät, erklärt Wecker. Kunstrasen sei hier optisch wenig ansprechend, unvorteilhaft, weil schlecht zu reinigen und teuer in der Pflege: "Das kriegen Sie auf Dauer nicht mehr sauber." Bäume kränkelten, weil es zu nass war Verbessert werden muss auch die Be- und Entwässerung auf der obersten Ebene unter den Bäumen. Denn die kränkelten teils, weil "es zu nass war", wie Wecker sagt. Es sei unterschätzt worden, wie schlecht das Wasser abgeflossen ist. Problem auf dem Kesselbrink ist, dass darunter die Tiefgarage liegt und Aufbauten und Leitungen enge Grenzen setzt. Ab Mai können sich die Bielefelder freuen: Dann dürfen sie klettern, schaukeln, rutschen und pendeln auf dem großen Kesselbrink-Spielgerät. Daneben können Calisthenics-Freunde nach dem Vorbild der Kraftsportler am Venice Beach in Los Angeles trainieren. Und unter den Bäumen können Boule-Freunde ihre Kugel werfen.

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