Die Feuerwehr rückte an den Vogtweg aus. Dort stand die Wohnung einer 96-jährigen Frau in Flammen. - © Christian Mathiesen
Die Feuerwehr rückte an den Vogtweg aus. Dort stand die Wohnung einer 96-jährigen Frau in Flammen. | © Christian Mathiesen

Bielefeld Wohnungsbrand in Bielefeld: Geparkte Autos verzögern Feuerwehr-Einsatz

Dennis Rother
24.03.2019 | Stand 24.03.2019, 17:42 Uhr |

Bielefeld. Wegen eines größeren Brandes ist die Bielefelder Feuerwehr in der Nacht zu Sonntag an den Vogtweg ausgerückt. Dort stand eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Flammen. Die Bewohnerin hatte zuvor selbst die Einsatzkräfte angerufen - und dann brach die Telefonleitung zusammen. Vor Ort gestaltete sich der Einsatz dann zunächst schwierig: Ein wichtiger Rettungsweg war blockiert. Wie Einsatzleiter Gerald Schönwälder berichtet, ging der Notruf um 1.54 Uhr ein. Die Frau meldete ein Feuer in ihren Räumen, im Hintergrund hörte man den piependen Rauchmelder. Die Adresse gab sie noch durch, ehe der Kontakt abbrach. Sofort machte sich die Wehr auf den Weg: mit Kräften der Hauptfeuerwache, der Löschabteilung Ost, Rettungswagen und Notarzt. Feuerwehrzufahrt zugeparkt Vor Ort stellten Schönwälder und seine rund 30 Kollegen an der Vorderseite des etwas verwinkelten Mehrfamilienhauses kaum Rauchentwicklung fest. Aus einem Fenster an der Hinterseite kam aber dichter, dunkler Qualm. Die Feuerwehrzufahrt für den breiten Wagen mit Drehleiter - nicht zuletzt für eine etwaige Menschenrettung - war allerdings nicht benutzbar. Denn eine Straßenseite am engen Vogtweg war so zugeparkt, dass das Fahrzeug nicht auf den Parkplatz am Haus kam beziehungsweise nicht richtig manövrieren konnte. Der Wagen musste schließlich notgedrungen eine Hinterhof-Durchfahrt zwischen zwei Gebäuden an der Meinolfstraße in unmittelbarer Umgebung nutzen. Er näherte sich dem Hauskomplex über ein Parkgrundstück auf der Hinterseite. "Das kostete wichtige Zeit", so Gerald Schönwälder. Die betroffene Wohnung lag im 2. Obergeschoss. "Als wir eintrafen, hatte sich die 96-jährige Bewohnerin bereits in den Laubengang in ihrem Stockwerk vor die Haustür gerettet", so Gerald Schönwälder. Sie wurde vor Ort erstversorgt und kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Brandursache unklar In der Wohnung stand ein Raum in Flammen, berichtet Schönwälder weiter. Es handelte sich offenbar um das Schlafzimmer. Weil die Türen zu weiteren Räumen offen standen, war das gesamte Areal sehr verraucht. "Es kamen auch schon Dämmstoffe von den Wänden." Die Feuerwehr konnte die Flammen aber schnell löschen, die Wohnung wurde belüftet, weitere Hausbewohner mussten nicht ins Freie. Weil die Wohnung über den offenen Laubengang betreten wird, breitete sich der Rauch nicht in einem Treppenhaus aus. Die Wohnung direkt über den Räumlichkeiten, die durch die Flammen schwer beschädigt wurden, ist aktuell zudem unbewohnt, so Schönwälder. Nach rund zwei Stunden konnte die Feuerwehr abrücken. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei ermittelt. Erste Schätzungen ergaben, dass der entstandene Sachschaden wohl 50.000 Euro oder mehr betragen dürfte. Update 11 Uhr: Wie die Feuerwehr berichtet, parkten die Autobesitzer am Vogtweg-Straßenrand korrekt. Es gebe dort kein Verbotsschild. Der Zufahrtsweg für die Drehleiter war also mutmaßlich schlicht zu schmal bemessen. Ein Mitarbeiter des vorbeugenden Feuerwehr-Brandschutzes war nach Angaben der Leitstelle in den Morgenstunden schon vor Ort, um die Lage zu inspizieren. Für Montag sei ein weiterer Termin anberaumt. Zukünftig könnte sich die Beschilderung dann ändern.

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