Blaulicht: Gastgeber Andreas Büscher (M.) und seine Freunde Cornelius Wulle (l.), Wolfgang Rickert, Robert Niegisch und Peter Hirth sehen außer Vorspeisen auch das Meer auf ihrem Tisch. - © Sarah Jonek
Blaulicht: Gastgeber Andreas Büscher (M.) und seine Freunde Cornelius Wulle (l.), Wolfgang Rickert, Robert Niegisch und Peter Hirth sehen außer Vorspeisen auch das Meer auf ihrem Tisch. | © Sarah Jonek

Bielefeld Neuer Food-Trend: Bielefelder können jetzt in 3D speisen

Der kleinste Koch der Welt nimmt die Gäste über eine 3D-Produktion mit auf eine kulinarische Reise. Nach Dubai, Shanghai und Berlin macht er Station in Bielefeld

Bielefeld. Köche gehören an den Herd. Die Gäste kennen es nicht anders. Ein Küchenchef allerdings, der auf Tisch und Tellerrand springt und selbst vor den Speisen nicht halt macht - das klingt wie ein Märchen. Die Rede ist von Le Petit Chef, dem "kleinsten Koch der Welt", wie ihn seine Erfinder nennen. Mit der hohen weißen Mütze und seinem französischen Akzent könnte er direkt "Ratatouille", dem computergesteuerten Animationsfilm aus den USA, entsprungen sein. Ein Computer steuert auch den Auftritt des radebrechenden Däumlings auf dem Tisch. Entstanden ist die 3D-Projektion in der Schmiede eines belgischen Künstlerkollektivs. Vermarktet wird das neue Dinner-Format von einer Agentur in Dubai. Dort und auch in Shanghai und anderen Metropolen ist der kleine Koch den Gästen schon auf die Tische gesprungen. Jetzt tourt er durch Deutschland, nach Berlin, Badenweiler und Baden-Baden ist als weitere Stadt mit dem Anfangsbuchstaben B nun Bielefeld an der Reihe, und zwar der Ortsteil Quelle. Familie Büscher hat den französischen Kollegen in ihr Restaurant geholt. Eine Reise auf den Spuren Marco Polos ist das Thema der Dinner-Show in neuem Format. Von Marseille aus macht sich der bis dahin erfolglose Küchenchef auf die Spuren des Entdeckers, um in fernen Ländern die besten Gewürze für seine Speisen zu finden. Über das tiefblaue Meer geht die Reise per Schiff zunächst nach Arabien und Indien. Dort findet er auf den Basaren für ihn völlig fremde Gewürze wie Safran und Kreuzkümmel, knibbelt Pistazien aus der Schale oder verbrennt sich an einer feurigen Chilischote fast die Zunge. Auf dem Rücken eines bunten Vogels geht die Reise weiter nach China. Fantasy und Gaumenschmaus Das Fantasy-Spektakel wird begleitet von einem Sechs-Gänge-Menü, das zum Thema passt. Während die Beamer von der Decke aus tiefblaue Meereswogen über die Tische schwappen lassen, gehen auch die Gäste auf eine - kulinarische - Reise. Zu Vorspeisen, Bulgur und Auberginencreme, gesellen sich Pistazien und getrocknete Aprikosen, außerdem Gewürze wie Kardamom und Chili. Indisch inspiriert ist das Linsengericht mit Curry und Koriander. Die Mie-Nudeln zur Rinderhüfte stammen aus China. Das neue Dinner-Show-Konzept hat Andreas Büscher im Internet entdeckt. Nach erfolgreichen Formaten wie Krimi- oder Kino-Dinner stand dem Gastronomen der Sinn nach Veränderung. Der kleine Koch soll noch bis Ende Mai die Gäste auf Reisen schicken.

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