Erste Löcher im Asphalt: Auf der 2011 komplett erneuerten Detmolder Straße finden sich bereits zahlreiche Risse und Löcher im Asphalt. Aber immer nur in der Nähe der Schienen. - © Jens Reichenbach
Erste Löcher im Asphalt: Auf der 2011 komplett erneuerten Detmolder Straße finden sich bereits zahlreiche Risse und Löcher im Asphalt. Aber immer nur in der Nähe der Schienen. | © Jens Reichenbach

Bielefeld Erste Risse in der sanierten Detmolder Straße in Bielefeld

2011 beendete die Stadt die größte Straßenbaustelle seit dem Bau des Ostwestfalendamms. Acht Jahre danach knackt es zwischen Gleisen und Asphalt

Bielefeld. Aufmerksamen Fußgängern und Autofahrern ist es bereits aufgefallen. Die für knapp 45 Millionen Euro sanierte Detmolder Straße ist nicht mehr makellos. 2011 beendete die Stadt nach dreijähriger Bauphase das wahrscheinlich größte Straßensanierungsprojekt der letzten Jahrzehnte. Acht Jahre später meldet sich ein Leser und fragt: "Ich habe im Bereich Mozartstraße tiefe Risse im Asphalt entdeckt. Meines Erachtens sind das strukturelle Schäden und kein normaler Verschleiß." Tatsächlich: Vor allem zwischen den Gleisen der Stadtbahn finden sich auf der Detmolder Straße in Richtung Innenstadt immer wieder rissige Stellen - besonders zwischen den Haltestellen Mozartstraße und Teutoburger Straße. Ernste Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer sind dadurch zwar nicht zu erwarten. Aber die Abschnitte zwischen Prießallee und Landgericht waren 2008/2009 damals die ersten beiden, die saniert wurden. Sollte der neue Belag dort also bereits den Geist aufgeben? Die große Schwachstelle Dirk Vahrson vom Amt für Verkehr, Leiter der Abteilung Verkehrswegebau, bleibt gelassen: "Grundsätzlich ist der Bereich zwischen den Schienen eine Schwachstelle. Es kommt also nicht unerwartet, dass hier inzwischen Risse auftreten." Der Grund dafür sei das Wechselspiel zwischen den Schienen, die zur Lärmreduzierung in einer elastischen Vollgussmasse liegen, und dem harten Asphalt. "Wir haben damit unser Ziel einer minimalen Schallausbreitung erreicht", betont Vahrson. "Uns liegen seitdem keine Lärm-Beschwerden mehr vor." Aber dieses Wechselspiel zwischen beweglicher Schiene und harten Asphalt führe zu Millimeter-Unterschieden, die diese Risse erklären können. Noch während der Sanierung war der Asphalt 2011 gerissen und zerbröckelt Man habe zwar damals bewusst die Fuge zwischen Schiene und Asphalt offengelassen - auch weil man annahm, dass das Wasser nach unten durchsickern und so keine Frostschäden verursachen könne. Dennoch "ist die Detmolder Straße sehr stark befahren und durch die regelmäßigen Stadtbahnen besonders belastet." MoBiel-Sprecherin Lisa Schöniger bestätigt: "Nur eine Vamos-Doppeltraktion hat rund 100 Tonnen Gewicht. Es ist also nicht unerwartet, dass an den Gleisen zuerst Schäden zu erkennen sind." Material nach einem Jahr gerissen Tatsächlich musste die Stadt kurz vor Beendigung der Straßenbauarbeiten, den Asphalt zwischen den Gleisen 2011 nochmals erneuern. Das Material war nach nur einem Jahr ohne große Verkehrsbelastung gerissen und zerbröckelt. Vahrson: "Das war ein Baumangel, den wir noch in der Gewährleistung beheben konnten." Heute ist die Gewährleistung lange ausgelaufen. Der 2011 neu aufgetragene, bessere und teurere Asphalt (Mehrkosten für Stadt und MoBiel: 393.000 Euro) habe unter Belastung aber bis jetzt gehalten. Erst seit Kurzem müsse dort ein paar Mal ausgebessert werden. Ganz anders übrigens bei der jeweils rechten Fahrspur ohne Gleise: "Dort hält die Decke bombig", betont Vahrson. "Da gibt es keinerlei Probleme." Für die Instandhaltung der Gleiszone ist übrigens MoBiel zuständig. Laut Sprecherin Schöniger musste in der ersten Zeit nach der Fertigstellung der Detmolder Straße nur einmal die Fahrbahndecke in Sieker ausgebessert werden. Weitere größere Ausbesserungen waren seitdem nicht nötig. Die Gleisstrecken würden regelmäßig geprüft. Trotzdem sei man für Hinweise dankbar: "Jeder, der Risse und Schäden bemerkt, soll sich bei MoBiel melden.

realisiert durch evolver group