Bielefeld 72 Großbaustellen für Bielefeld

Konflikte sind absehbar

Bielefeld. In der Großstadt muss mächtig gebuddelt werden, um Straßen, Gleise und Brücken auf dem Stand der Technik zu halten. Um die vielen Baustellen besser koordinieren zu können, legt die Stadt jährlich einen Fünf-Jahres-Plan vor. Bis 2023 rechnet das Amt für Verkehr mit 72 Großbaustellen, die teils erheblich den Verkehr behindern werden. Konflikte sind abzusehen. Die 72 Großbaustellen betreffen wichtige Routen, so dass es zu Engpässen kommen wird. Daneben gebe es pro Jahr rund 4.000 kleinere Baustellen, die ebenfalls zu Sperrungen und Umleitungen führen können, heißt es in einer Vorlage von Verkehrsdezernent Gregor Moss (CDU). Bei einer durchschnittlichen Bauzeit von zehn Tagen bedeute das rund 40.000 "Bau-Tage" in Bielefeld oder alle 300 Meter eine Baustelle, rechnet Jörg Lichtenberg vom Amt für Verkehr vor. Brücken, Fahrbahnen, Kanäle und Gleise sind teils sehr alt, müssen deshalb erneuert oder saniert werden. Das verschlingt viele Millionen. Weil die Stadt etwas weniger unter der Haushaltsnot leidet und es gerade für den Stadtbahnausbau mehr Zuschüsse gibt, wächst das Bauprogramm. Moss hält deshalb eine Aufstockung des Personals in der Fachverwaltung für "unabdingbar". Bezirksvertretungen und Stadtentwicklungsausschuss beraten in den nächsten Wochen das Programm. Brücken Noch mindestens bis Jahresende werden die drei Strecken Von-der-Recke-, Schildescher und Schillerstraße wegen der Bahn-Brücken-Großbaustellen gesperrt bleiben. Die Bahn will Mitte Oktober fertig sein, ob dann bis zum Jahresende schon die Straßen freigegeben werden können, ist noch nicht gesichert. Bisher, so die Beteiligten, liege man aber im Zeitplan. Bielefelder Osten Zwei Hauptadern stehen hier vor längeren Baustellen. Schon 2019 beginnen die Bauten der Hochbahnsteige für die Stadtbahn auf der August-Bebel- und der Oelmühlenstraße. Hier wird auch die Linie 3 unterbrochen. Der dritte noch fehlende Hochbahnsteig auf der Oldentruper Straße soll ab Mitte 2020 folgen. Ab dann steht auch der Kanal- und Endausbau der Heeper Straße im Programm, der sich über drei Jahre hinziehen dürfte. Der Beginn hänge vom Baufortschritt auf der August-Bebel-Straße ab. Gleichzeitig läuft aber auch noch die Wiederherstellung der Ravensberger Straße nach der Lutter-Sanierung. Zusätzlich belastet würde der Osten, wenn die Herforder Straße zwischen Nahariya- und Walther-Rathenau-Straße fahrradfreundlich umgebaut wird. Dieses Projekt stellte die Stadt zurück. Innenstadt Der Grund dafür ist der geplante Umbau des Jahnplatzes ab Mitte 2020. Weil hier 17,5 Millionen Euro für ein knappes Dutzend Maßnahmen, die zur "emissionsfreien Innenstadt" führen sollen, gefördert werden, soll der zentrale Platz autoärmer, dafür fahrrad-, fußgänger- und busfreundlicher gestaltet werden. Rund zwei Jahre wird er Baustelle und damit Nadelöhr. Größere Projekte sind am Hauptbahnhof in Vorbereitung. Dort soll ein neues Hotel und neue Radstation entstehen, daneben erwartet die Stadt 2023 Fördergeld für die Vorplatz-Gestaltung. Bielefelder Westen Die Voltmannstraße soll bald fertig sein, dann stehen die Sanierung und der Kanalbau in der Schloßhofstraße an. Mit ihr ist dann bis Ende 2020 eine andere wichtige Verbindung im Westen gekappt. Ab 2023 soll die Stadtbahnstrecke in der Jöllenbecker Straße Vamos-tauglich umgebaut werden. Hinzu kommen 2020 Arbeiten des Landesbetriebs Straßen auf der Babenhauser Straße und 2021 Kanalbau in der Sudbrackstraße. Bielefelder Norden Ab 2021 will der Landesbetrieb die lang geplante und umstrittene L 712n als Verlängerung der Ostwestfalen- bis zur Herforder Straße an Milse vorbei bauen. Die Grafenheider Straße, auf die sie münden wird, ist ab 2020 für zwei Jahre als Neubau vorgesehen. Bielefelder Süden Die Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 bis Sennestadt und die Sanierung der Paderborner Straße werden hier in den nächsten Jahren für Großbaustellen sorgen. In Brackwede soll die Hauptstraße umgestaltet werden, der Hochbahnsteigbau bleibt umstritten. Weiter stehen der Senner Hellweg (ab 2019), die Sender Straße (ab 2020) und die Senner Straße (ab 2021) im Programm. Obwohl hier noch viele rechtliche Fragen zu klären sind, steht auch die neue Ostumgehung Ummeln, die den Ostwestfalendamm mit der B 61 nach Gütersloh verbinden und als Zubringer zur A 33 dinen soll, ab 2021 im Straßenausbauplan. Zuletzt war hier noch ein Baubeginn 2019 angedacht. Bauherr ist hier der Landesbetrieb. Breitbandausbau Die Digitalisierung erfordert den schnellen Ausbau des Glasfasernetzes. Die Stadt rechnet bis 2022 mit der Verlegung von 365 Kilometern neuer Kabel. Das wird an vielen Stellen im Stadtgebiet für Aufbrüche sorgen.

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