Getränke in Kartons: Geschäftsführer Guido Grebe präsentiert eine der drei Tetra-Pak-Abfüllanlagen, die aus Brandenburg nach Ummeln verlagert worden sind. Sie laufen mittlerweile fast alle im Drei-Schicht-Betrieb. Christinen Brunnen beschäftigt derzeit 170 Mitarbeiter und will weiter wachsen. - © Susanne Lahr
Getränke in Kartons: Geschäftsführer Guido Grebe präsentiert eine der drei Tetra-Pak-Abfüllanlagen, die aus Brandenburg nach Ummeln verlagert worden sind. Sie laufen mittlerweile fast alle im Drei-Schicht-Betrieb. Christinen Brunnen beschäftigt derzeit 170 Mitarbeiter und will weiter wachsen. | © Susanne Lahr

Bielefeld Christinen Brunnen investiert 20 Millionen Euro in Bielefeld

Standort aufgewertet: Vollautomatisches Hochregallager geht im Mai in Betrieb. Zudem gibt es ein neues Labor und neue Sozialräume. Geschäftsführer Guido Grebe hat in einem Jahr den Ummelner Getränkehersteller auf Vordermann gebracht

Susanne Lahr
15.03.2019 | Stand 14.03.2019, 21:22 Uhr

Bielefeld. Dass Guido Grebe keinen Stein auf dem anderen gelassen hat, wäre zu viel des Guten. Doch der neue Alleingeschäftsführer des Bielefelder Getränkeherstellers Christinen Brunnen hat in seiner bisher gut einjährigen Amtszeit viel bewegt in Ummeln. Allein 35 neue Stellen wurden besetzt, weitere sollen folgen. Mit den bereits 2017 angestoßenen Veränderungen wurden an der Brockhagener Straße rund 20 Millionen Euro ausgegeben. Ganz wesentliches Element ist das vollautomatische Hochregallager mit 8.700 Palettenplätzen, das in eine bestehende Halle eingebaut wird und im Mai in Betrieb gehen soll. Insgesamt stehen dem Unternehmen dann 30.000 Palettenstellplätze zur Verfügung und zusätzliche Verlademöglichkeiten. Lange Lkw-Schlangen in der Umgebung des Werkes, vor allem an der Umlostraße, sollen damit deutlich seltener werden. Die neuen Lagerplätze sind auch deshalb dringend vonnöten, weil Christinen Brunnen seine Tetra-Pak-Abfüllung aus dem brandenburgischen Wiesenburg nach Bielefeld verlagert hat. Die drei Produktionsanlagen sind mittlerweile komplett installiert, ebenso wie eine weitere Glasabfüllanlage und eine zweite PET-Abfüllung. Insgesamt gibt es nun sechs Produktionsanlagen. Grebe will die Marke weiter stärken Parallel dazu wurde der Sozialtrakt für die Mitarbeiter mit Kantine, Umkleiden und Sanitäranlagen neu gebaut. Das neue Labor mit modernsten Untersuchungsmöglichkeiten zur Qualitätsprüfung und der neue Bürotrakt sollen Anfang bis Mitte April fertig werden. Auch die betriebseigene Tankstelle wurde auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Alles in allem genannte 20 Millionen Euro Investitionskosten. "Das ist schon eine Hausnummer", sagt Grebe nicht ohne Stolz. Ziel sei es gewesen, den Betrieb zu konsolidieren, die Geschäftsfelder neu zu strukturieren und die volle Funktionsfähigkeit wiederzuerlangen, betont der Geschäftsführer. Die Inhaber Paul und Werner Gehring sind 2018 in den neu geschaffenen fünfköpfigen Beirat gewechselt, dem auch zwei Juristen angehören und der frühere Claas-Chef Lothar Kriszun als Vorsitzender. Und nun, nachdem die Grundlagen geschaffen sind, will Guido Grebe die bundesweit bekannte Marke weiter stärken, neue Märkte erschließen. Die Exportrate soll von 3 auf 7 bis 10 Prozent wachsen. Im April/Mai soll es einen ersten Relaunch geben, zwei bis drei neue, weniger zuckerhaltige Limonaden sollen auf den Markt kommen sowie weitere Mineralwässer mit leichter Fruchtnote. Und Christinen Brunnen ist dabei, einen modernen "Energydrink" zu entwickeln, der das Koffein nicht mit verrufenem Taurin, sondern mit natürlichem Vitamin B 6 kombiniert. Trotz der ganzen Provisorien im Vorjahr konnte Christinen Brunnen den Absatz auch dank des guten Sommers um 25 Prozent steigern. Der Geschäftsführer erläutert, dass pro Tag in Ummeln im Schnitt 1,2 bis 1,4 Millionen Füllungen erfolgen. Das betreffe alle Gebinde: Glas, PET-Flasche, Tetra Pak. "Wir rechnen nicht in Litern", erläutert Grebe. Das sind 40 bis 45 Lkw-Ladungen am Tag, in heißen Sommern kann sich das auf 80 bis 100 Lkw-Ladungen steigern. Im Jahresschnitt kommt Christinen nach eigenen Angaben auf 230 bis 240 Millionen Füllungen - von Mineralwässern, Schorlen, Fruchtsäften, isotonischen Getränken und speziellem Babywasser. Dem Unternehmen stehen sechs Brunnen zur Verfügung Zur Getränkeherstellung stehen dem Unternehmen im Umkreis des Werkes sechs Brunnen zur Verfügung. Drei davon werden zur Getränkeherstellung genutzt, aber nur knapp die Hälfte der behördlichen genehmigten Wassermenge gefördert, wie Guido Grebe betont. Einer davon ist der Christinen-Brunnen: Aus 401 Metern Tiefe wird das 24.000 Jahre alte Wasser für bio-zertifizierte Mineralwasser gefördert. Ist Mineralwasser nicht immer bio? Guido Grebe lacht und nickt. Aber die Bio-Zertifizierung und vor allem das Fresenius-Qualitätssiegel für das Premiumwasser beweise, dass so gekennzeichnete Produkte in ihrer Qualität die Mineralwasser- und Tafelwasserverordnung noch überstiegen. Und das Siegel beinhaltet nach Grebes Worten neben der Naturbelassenheit auch die soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Dem wolle sich Christinen Brunnen verstärkt widmen. Unter anderem wird die Zusammenarbeit mit der benachbarten Grundschule Quelle vertieft. Verstärkt einsteigen will der Getränkehersteller auch in die Ausbildung. Vier Azubis werden dieses Jahr eingestellt, jährlich solle die Zahl nach und nach erhöht werden. Zudem möchte Guido Grebe bald ein duales Studium bei Christinen anbieten.

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