An der Sparrenburg: Der Ort sollte zum außergewöhnlichen Anlass passen. Im Saal des Restaurants an der Sparrenburg stimmten die Mitglieder des Historischen Vereins für ihren neuen Vorsitzenden Ulrich Andermann (l.) als Nachfolger von Johannes Altenberend. - © Sarah Jonek
An der Sparrenburg: Der Ort sollte zum außergewöhnlichen Anlass passen. Im Saal des Restaurants an der Sparrenburg stimmten die Mitglieder des Historischen Vereins für ihren neuen Vorsitzenden Ulrich Andermann (l.) als Nachfolger von Johannes Altenberend. | © Sarah Jonek

Bielefeld Dieser Professor übernimmt die Spitze des Historischen Vereins Bielefeld

Ulrich Andermann übernimmt den Vorsitz des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg - und setzt erste Schwerpunkte

Christine Panhorst
11.03.2019 | Stand 11.03.2019, 12:15 Uhr

Bielefeld. Es ist ein historischer Wechsel in jedem Sinne: Ulrich Andermann (64) ist der neue Vorsitzende des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg. Sie möchte er zurück ins Bewusstsein der Bielefelder holen. Gratulationen nahm Andermann auch von seinem Vorgänger, dem langjährigen Vorsitzenden Johannes Altenberend an der Sparrenburg entgegen. Eine Imagekampagne für Ravensberg kündigte der neue Chefhistoriker in seiner Bewerbungsrede an. Der Begriff "typisch OWL" sei aus Historiker-Sicht "kontraproduktiv und ohne historische Substanz", erklärte Professor Andermann, der derzeit an der Universität Osnabrück lehrt. Das "typisch Ravensbergerische" und seine Epochen, das Mittelalter und die Frühe Neuzeit, sollten wieder stärker in den Fokus gerückt werden. Andermann erhofft sich neue Fördermöglichkeiten für lokale Projekte Diese Schwerpunktsetzung sei nicht als Kritik am OWL-Begriff allgemein zu sehen, betonte Andermann. "Doch wenn wir heute noch das Adelshaus hätten, wäre das Ravensbergerische sicher viel stärker im Bewusstsein geblieben." Für den historischen Verein hält der gebürtige Bielefelder eine Rückbesinnung für sinnvoll - diese müsse auch verstärkte Kooperationen mit Herford bedeuten. "Die Grafschaft Ravensberg reichte schließlich von Versmold im Westen bis nach Vlotho im Osten und bis ans Hochstift Osnabrück heran." Vom neuen Heimatministerium auf Bundesebene erhofft sich Andermann neue Fördermöglichkeiten für lokale Projekte. Der heute 64-Jährige studierte von 1978 bis 1984 Geschichtswissenschaft und Philosophie an der Universität Bielefeld. Statt dem angepeilten Lehrerberuf wechselte Andermann dann in die Wissenschaft: 1988 promovierte er ebenfalls an der Universität Bielefeld zum Thema "Ritterliche Gewalt und bürgerliche Selbstbehauptung". Anschließend setzte er seine Laufbahn an der Universität Osnabrück fort - ab 1988 als Hochschul- und Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, 1994 mit der Habilitation im selben Fachgebiet. Hinter der Entscheidung für Andermann steht der Historische Verein geschlossen: Einstimmig stimmten die Mitglieder für den Mediävisten als ihren neuen Spitzenmann - bei einer Enthaltung von Andermann selbst. Mit ebenso klaren Ergebnissen wurden anschließend die zweite Vorsitzende Bärbel Sunderbrink, Kassenwart Jürgen Büschenfeld sowie Schriftführer Michael Zozmann in ihren jeweiligen Ämtern bestätigt.

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