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Erfrischend politisch unkorrekt: Kabarettist Sebastian Schnoy.
Erfrischend politisch unkorrekt: Kabarettist Sebastian Schnoy.

Bielefeld Hauptsache Europa – jetzt erst recht!

NW-Debattierfest am 13. März: Auch der Kabarettist Sebastian Schnoy ist mit dabei. Schüler, Eltern, Großeltern und Lehrer sind eingeladen, sich zu informieren, nachzufragen und mitzureden

Ivonne Michel
10.03.2019 | Stand 10.03.2019, 12:11 Uhr

Bielefeld. Der geplante YouTube-Filter, Klimaschutz oder Recht auf Schülerstreik: Beim großen Debattierfest der NW, der Bertelsmann-Stiftung und des Radionetzwerks "euranet plus" am 13. März im Lokschuppen können Jugendliche Experten und Politiker zu ihren Europathemen befragen und mitreden (die NW berichtete). Auch sehr lustig und unterhaltsam wird?s, denn auch Kabarettist Sebastian Schnoy ist dabei. Mit seinem Programm "Hauptsache Europa - jetzt erst recht!" beleuchtet er humorvoll Politisches in Verbindung mit Geschichte. Wir müssen schneller Brücken bauen, als andere Gräben ausheben, lautet seine Devise. Schnoy, der die drei Spiegel-Bestseller "Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt", "Smörrebröd in Napoli" und "Heimat ist, was man vermisst" geschrieben hat, fordert "die Vereinigte Staaten von Europa" zum Zusammenwachsen auf. Europa sei nicht das Problem, sondern die Lösung. Denn was passiert sonst in Nordirland nach dem Brexit? Wird der Eurotunnel nach Großbritannien wieder zugeschüttet? Wieso kann Polen den Rechtsstaat abschaffen und nichts passiert? Aber wenn dort im Parlament die falsche Glühbirne leuchtet, gibt es eine Vertragsstrafe aus Brüssel?, fragt Schnoy. Wieso kündigen wir nicht den nationalen Regierungen und gründen die Vereinigten Staaten von Europa? Seine Ideen sind ungewöhnlich, regen aber zum Nachdenken an: Türkei in die EU! Das Land hat pro Jahr mehr Sonnentage als Großbritannien, seit es 1972 in die EG eingetreten ist. Russland in die Nato. Dann hätten die Deutschen einen Bündnispartner, der etwas hat, was wir gar nicht kennen: Hubschrauber, die auch fliegen. Nicht nur der Kabarettist und EU-Experten wie Elmar Brok sind beim großen Europaabend im Lokschuppen dabei. Auch Schüler präsentieren ihre Ideen, die Veranstalter ihr Expeditionskonzept für die EU-Wahl: Drei Reporter werden 14 Tage vor der Wahl durch 14 Länder der EU reisen und täglich berichten. "Wir freuen uns, wenn viele Jugendliche, Eltern und Lehrer die Gelegenheit nutzen, sich bei unserem Europaabend umfassend zu informieren und nachzufragen", sagt NW-Chefredakteur Thomas Seim.

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