Wichtiges Thema: Zwölftklässler Marlon (18, l.) und seine Klassenkameraden sind Erstwähler und diskutieren ihre Ideen für "Wir wählen Europa" mit NW-Chefredakteur Thomas Seim (4.v.l.). - © D. Angenendt
Wichtiges Thema: Zwölftklässler Marlon (18, l.) und seine Klassenkameraden sind Erstwähler und diskutieren ihre Ideen für "Wir wählen Europa" mit NW-Chefredakteur Thomas Seim (4.v.l.). | © D. Angenendt

Bielefeld Debattierfest: Großer Europa-Abend im Lokschuppen

NW, Bertelsmann-Stiftung und "euranet plus" laden zum großen Debattierfest mit Politikern und anderen Europabegeisterten und zum Planspiel ein. Jugendliche setzen sich für Europa ein - aus guten Gründen

Ivonne Michel
02.03.2019 | Stand 07.03.2019, 16:28 Uhr

Bielefeld. "Gerade jetzt mit dem Brexit wird einem schmerzhaft bewusst, wie brennend das Thema Europa ist", sagt Birgit Hengst, Lehrerin an der Rudolf-Steiner-Schule. Sie und viele ihrer Schüler aus dem Jahrgang 12, die alle erstmals wählen dürfen, sind beim großen Debattierfest "Wir wählen Europa" am 13. März von 19 bis 21 Uhr im Lokschuppen (NW vom 25. Februar) dabei. Die Neue Westfälische, die Bertelsmann-Stiftung und das Radionetzwerk "euranet plus" laden dazu Schüler ab 14 Jahren, Eltern und Lehrer ein. "Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, wir freuen uns, wenn der Lokschuppen ordentlich voll wird", sagt NW-Chefredakteur Thomas Seim. Per Email sind alle weiterführenden Schulen der Stadt eingeladen worden. "Wir hoffen, dass die Info bei den Familien angekommen ist und Eltern, Schüler und natürlich auch die Lehrer die Gelegenheit nutzen, sich umfassend zu Europa zu informieren und sich für eine Wahlbeteiligung am 26. Mai einzusetzen." Vertreter der NW, der Bertelsmann-Stiftung und des Radionetzwerks "euranet plus" stehen beim großen Europa-Abend als Gesprächspartner ebenso zur Verfügung wie Kandidaten verschiedener Parteien sowie von Europa überzeugte und begeisterte Sportler, Künstler und Unternehmer. Zudem sollen hochrangige EU-Politiker live aus anderen Städten zugeschaltet werden. "Die Wahl am 26. Mai ist die vielleicht wichtigste Europawahl in der Geschichte der Europäischen Union", sagt Seim. 50 Schüler können bereits ab 17 Uhr beim von der Bertelsmann-Stiftung entwickelten Planspiel ihre eigenen Ideen für Europa einbringen und austesten und die europäische Geschichte neu schreiben (siehe Infokasten). "Noch sind da Plätze frei", sagt Seim. Stadtprominenz, Politik und Schüler auf der Bühne Nicht nur Stadtprominenz und Politik geben ihren Input zu Europa. Auch Schüler kommen auf die Bühne: Marlon Kegel (18), Zwölftklässler an der Rudolf-Steiner-Schule, stellt seine Vision für die "Vereinigten Staaten von Europa" als großes Friedensprojekt vor. Im Rahmen einer Jahresarbeit hat er sich intensiv mit der europäischen Verfassung beschäftig und eigene, neue Ansätze für die Staatengemeinschaft entwickelt. Ein Herzensprojekt, wie er sagt. Es gehe um Frieden und Freiheit, aber auch um wirtschaftliche Entwicklungen. "Als Einzelstaaten haben wir beispielsweise beim Thema künstliche Intelligenz keine Chance gegen China oder die USA", sagt Marlon. Wenn man sich nicht deren Werte aufdiktieren lassen will, müsse man als Staatengemeinschaft zusammenstehen. Auch die Realschule Heepen, eine der drei offiziellen Europaschulen der Stadt, ist beim großen Europa-Abend im Lokschuppen dabei. "Dass die Schüler beim Planspiel ihre eigenen Ideen austesten können, ist spannend", sagt Lehrerin Stefanie Schrader. Andreas Gather, Schulleiter des Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasiums, kann sich gut vorstellen, dass seine Schüler die NW-Veranstaltung nutzen, um sich auf die von der SV geplante, schulinterne Veranstaltung zur Europawahl vorzubereiten. Dass sich Schüler wie Marlon und seine Klassenkameraden für Europa stark machen, sich auch für andere gesellschaftliche und politische Themen interessieren und Massenphänomene kritisch hinterfragen, findet NW-Chefredakteur Thomas Seim stark - und "sehr beruhigend". "Wir haben eine Verantwortung, für uns und auch für die nachfolgende Generation", sagt Hannah (18). Sich für Europa zu entscheiden, könne auch helfen, einen Rechtsruck zu verhindern, ergänzt Emely (17).

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