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Das Bielefelder Landgericht hat einer Klägerin Recht gegeben, die sich vom VW-Konzern getäuscht fühlt. - © picture alliance/dpa
Das Bielefelder Landgericht hat einer Klägerin Recht gegeben, die sich vom VW-Konzern getäuscht fühlt. | © picture alliance/dpa

Bielefeld Landgericht Bielefeld: VW muss Diesel einer Kundin zurückkaufen

Dirk-Ulrich Brüggemann
12.02.2019 | Stand 12.02.2019, 19:28 Uhr

Bielefeld. Das Landgericht Bielefeld hat einer Klägerin in einem jetzt gefällten Urteil zum VW-Abgasskandal Recht gegeben. Die Frau darf ihr Fahrzeug an den Autobauer aus Wolfsburg zurückgeben und bekommt den Kaufpreis erstattet. Die Pkw-Besitzerin muss sich aber eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen (Az.: 9 O 274/18). Im April 2014 hatte die Frau für 26.800 Euro einen VW Passat Variant erworben, den laut Urteil der VW-Konzern nun für 20.871,30 Euro zurücknehmen muss, teilte der Kölner Rechtsanwalt Dirk Fuhrhop mit. Am Tage der mündlichen Verhandlung hatte das Fahrzeug 55.305 Kilometer gelaufen. Das Gericht hatte eine Gesamtlaufleistung des Autos von 250.000 Kilometern angesetzt. Die Bielefelder Richter gehen in ihrem Urteil davon aus, dass die Klägerin bereits durch den Abschluss des Kaufvertrags über den Variant einen Schaden erlitten hat. „Sie habe ein Fahrzeug erworben, das nicht ihren Vorstellungen entsprach und welches sie nicht erworben hätte, wenn sie die tatsächlichen Hintergründe gekannt hätte", zitiert Dirk Fuhrhop aus dem Urteil. Das gezielte Aushebeln von Bestimmungen durch den Einsatz einer Software, die die tatsächliche Schadstoffbelastung gegenüber den Aufsichtsbehörden und den Verbrauchern verschleiert, ist sittenwidrig, urteilte das Gericht.

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