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Achtung: Jetzt soll nicht überholt werden, denn der Bus blinkt links und will sich einreihen in den Verkehr. Das soll Vorrang haben. - © Kurt Ehmke
Achtung: Jetzt soll nicht überholt werden, denn der Bus blinkt links und will sich einreihen in den Verkehr. Das soll Vorrang haben. | © Kurt Ehmke

Bielefeld Busfahrer sauer auf rücksichtslose Autofahrer

Immer wieder sollen Busse noch überholt werden, wenn sie längst Vorrang haben sollten beim Einfädeln in den fließenden Verkehr. Dabei kommt es zu gefährlichen Bremsmanövern.

Kurt Ehmke
13.02.2019 | Stand 13.02.2019, 11:03 Uhr

Bielefeld. Wenn Autofahrer Busse überholen, ist das oft nicht nur gefährlich, sondern oft auch rücksichtsloses Fehlverhalten. Dass Bussen besondere Rechte eingeräumt werden, scheint nicht jeden Autofahrer zu interessieren, manche ignorieren die Verkehrsregeln schlicht und einfach. Blutige Nase nach Abbremsmanöver Jetzt beklagt ein Busfahrer mal wieder einen solchen Fall - und teilt auf Facebook mit, dass er so stark abbremsen musste, dass ein Mädchen sich eine blutige Nase geholt habe. Der Mann schreibt: "Liebe Autofahrer, wenn ein Bus an der Haltestelle steht und nach links blinkt, müsst Ihr laut Straßenverkehrsordnung dem Bus das Einfädeln ermöglichen und nicht einfach Gas geben und den Busfahrer auch noch anhupen und den Bus zu einer Vollbremsung zwingen." Vom Warnblinklicht ist jeder Autofahrer angesprochen Recht hat der gestresste Fahrer. Aber nicht zu 100 Prozent. Birgit Jahnke von MoBiel: "Unser Fahrschulleiter spricht beim Blick auf die Straßenverkehrsordnung von einer weichen Regelung." Es sei als "soll" definiert, nicht als "muss". Geht jedoch das Warnblinklicht an, darf nicht überholt werden (bis der Bus steht). Steht der Bus mit Warnblinklicht, darf langsam und mit großem Abstand überholt werden. Übrigens: Auch der entgegegenkommende Autofahrer muss dann Schrittgeschwindigkeit fahren. Und blinkt der Bus links, sollte ihm das Einfädeln ermöglicht werden. "Besonders häufig auffällig sind Fahrer aus HF und GT" Blinkt der Bus rechts, darf der Autofahrer vorsichtig und langsam überholen. Alles ganz schön kompliziert und offenbar für auswärtige Fahrer aus unerfindlichen Gründen besonders schwer zu verstehen - der Busfahrer schreibt: "Besonders häufig auffällig sind Fahrer aus HF und GT." Ob das stimmt, muss offen bleiben - sicher ist, dass die Straßenverkehrsordnung auch anderswo in OWL gilt (sollte zumindest angenommen werden). MoBiel-Sprecherin: "Rücksichtnahme!" Für MoBiel-Sprecherin Birgit Jahnke ist das Thema vor allem eines, was nach Rücksichtnahme ruft. "Längst nicht alle Autofahrer lassen die Busse wieder in den Verkehr zurück, oft fahren sie so, dass der Busfahrer nicht erkennen kann, ob er losfahren kann oder nicht." Werde dann gebremst, sei das gefährlich, "weil sich im Bus oft nicht alles sortiert hat". Menschen stehen noch, und angeschnallt sind sie ja eh nicht. "Irgendwann muss der Bus auch weiterfahren" Es sei aber so, dass die sogenannten Gefahrenbremsungen bei Bussen häufiger im Verkehr vorkämen als an Haltestellen. Und die Busfahrer hätten auch die Anweisung, sich nicht reinzudrängeln, sich defensiv zu verhalten. "Aber irgendwann müssen sie natürlich auch einmal wieder losfahren." Und so appelliert sie an Autofahrer, einfach viel Rücksicht zu nehmen auf die Kollegen in den Bussen, und die Menschen, die hier mitfahren. "Es könnten deine Kinder im Bus sitzen" Das tut auch der betroffene Busfahrer. Er schreibt auf Facebook: "Es könnten deine Kinder, Eltern oder Großeltern im Bus sitzen. Ihr wollt doch auch, dass eure Liebsten gesund und munter zuhause ankommen."

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