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Stadtpalais Bielefeld - © Sarah Jonek
Stadtpalais Bielefeld | © Sarah Jonek

Bielefeld Schüsse vor dem Bielefelder Stadtpalais: Prozess

Angeklagter schießt im Eingangsbereich, nachdem er rausgeworfen worden war

Nils Middelhauve
16.01.2019 | Stand 15.01.2019, 20:45 Uhr

Bielefeld. Eigentlich wollte er nur seinen Geburtstag nachfeiern, doch hatte die Veranstaltung für einen Mann aus Paderborn ein teures Nachspiel: Das Bielefelder Amtsgericht verurteilte den 32-Jährigen nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro. Der Angeklagte hatte im Dezember 2017 nach einer Auseinandersetzung in einem Bielefelder Club mit einer Schreckschusswaffe um sich geschossen. "Ich weiß auch nicht, warum ich diesen Film gefahren habe", sagte Bülent C. in der Verhandlung. Am 10. Dezember 2017 habe er gegen 3.30 Uhr das am Papenmarkt gelegene Stadtpalais verlassen wollen. Der Club war ebenso wie einige der Gäste immer noch gut gefüllt. Als C. an einer Gruppe ihm unbekannter Männern vorbeigehen wollte, bat er einen der Gäste, ihm etwas Platz zu machen. "Offenbar fühlte der sich davon provoziert und fing ein Streitgespräch an", sagte der Angeklagte vor Gericht. Nachdem die Situation eigentlich schon bereinigt war, passte der Mann mit mehreren seiner Begleiter Bülent C. beim Verlassen des Clubs in Ausgangsnähe ab. »Sie warfen mich raus, als ob ich der Schuldige sei« Es folgten die handelsüblichen Beleidigungen und Ankündigungen, was die Männer mit den Familienmitgliedern von C. zu tun gedächten. Dann setzte es Schläge und Tritte für den Angeklagten. Sofort schritt das Personal des Clubs ein. "Sie warfen mich raus, als ob ich der Schuldige gewesen sei", resümierte C. in der Verhandlung. "Ich weiß nicht, ob es am Alkohol lag - ich vertrage nicht viel - , dass ich dann so ausgerastet bin", gab er weiter zu Protokoll. Bülent C. lief zu seinem Auto, holte eine Schreckschusspistole aus dem Handschuhfach und kehrte zurück zum Ort des Geschehen. Dort schoss er laut Anklage zweimal in die Luft und rief: "Ihr werdet schon sehen." Vor Gericht bestritt C. nicht, mit der Waffe zurückgekehrt zu sein. Es habe sich jedoch lediglich ein Schuss gelöst, als jemand versucht habe, ihn aufzuhalten. "Die Security hat mich dann sofort überwältigt. Ich wurde in ein Zimmer gezerrt, wo ich dann auch noch auf die Fresse bekommen habe", sagte C., fügte aber kleinlaut hinzu: "Eigentlich hat das Personal ja alles richtig gemacht."

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