Kita-Plätze sind begehrt: Wer einen in der Wunsch-Kita bekommen hat, kann sich freuen. Leer ausgehen wird aber niemand, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Obwohl die Nachfrage steigt. - © Pixabay
Kita-Plätze sind begehrt: Wer einen in der Wunsch-Kita bekommen hat, kann sich freuen. Leer ausgehen wird aber niemand, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Obwohl die Nachfrage steigt. | © Pixabay

Bielefeld Kita-Anmeldung: Trotz Rekordausbau bekommen nicht alle ihren Wunsch-Platz

Im Kita-Jahr 2019/20 wird es etwa 12.800 Plätze in den Bielefelder Kitas geben, hinzu kommen 905 bei Tageseltern - so viele wie noch nie. Warum Stadt und Eltern entlastet werden

Bielefeld. Das neue Kita-Jahr startet erst im August, schon jetzt aber ist klar: Es wird mehr Plätze geben als im Vorjahr. Sozialdezernent Ingo Nürnberger (SPD) rechnet mit 13.705 Plätzen in Kitas und bei Tageseltern. Die Stadt reagiert auf die starke Nachfrage. "Insgesamt haben wir elf Kitas in der Pipeline, im nächsten Jahr werden wir fünf an den Start bringen", sagt Nürnberger. Angst, leer auszugehen, müsste niemand haben. "Es gibt einen Rechtsanspruch, den wir erfüllen müssen", sagt Nürnberger. Es werde aber bei einigen nicht die Wunsch-Kita sein. Unterjährig werden zwar auch immer mal wieder Plätze frei, aber nur dann, wenn Eltern zum Beispiel wegziehen. Das Anmeldeverfahren läuft noch bis zum 31. Januar. "Es gibt aber jetzt schon jede Menge Vor-Anmeldungen", sagt Nürnberger. Einige Kitas wüssten schon, wen sie nehmen. "Über rund 2.000 Plätze aber ist noch nicht entschieden." Die meisten Einrichtungen würden das Ende des offiziellen Verfahrens abwarten, um ein komplettes Bild über die Bewerberlage zu haben. Die Chancen der Eltern würden sich in jedem Fall erhöhen, wenn sie sich vor Ort in der Einrichtung vorstellen und Kontakt mit der Kita-Leitung aufnehmen, sagt Nürnberger. Profitieren wird Bielefeld ab dem kommenden Jahr von dem "Gute Kita Gesetz" der Bundesregierung und der Kita-Reform in NRW: Die Landesregierung nämlich will ein neues Kinderbildungsgesetz (KiBiz) auf den Weg bringen, um die langjährige strukturelle Unterfinanzierung der Kitas landesweit zu beenden. 750 Millionen Euro werden zur Verfügung gestellt Demnach werden für das Kindergartenjahr 2020/21 750 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon die Hälfte, also 375 Millionen Euro, kommen von den Kommunen. "Das ist keine gute Tat der Landesregierung alleine, wir gehen mit in die Verantwortung", sagt Nürnberger. Wie viel Geld Bielefeld bereitstellen muss, kann Nürnberger allerdings noch nicht sagen, weil die Belastungen und Entlastungswirkungen des geplanten Gesetzes für die Kommune noch nicht durchgerechnet seien. Er rechnet aber mit einem niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbetrag. In jedem Fall wird es pro Kitaplatz mehr Geld für die Träger geben: "Das wird die Situation in den Kitas zumindest stabilisieren", sagt Nürnberger. "Der Kostendruck wird spürbar sinken und die Qualität hoffentlich noch besser werden." Aber nicht nur Trägern wie den Wohlfahrtsverbänden oder den Kirchen wird das neue KiBiz Vorteile bringen, auch der Stadt als Träger von 42 städtischen Kitas. Denn auch der sogenannte Trägeranteil kommunaler Kindergärten soll deutlich gesenkt werden, heißt, das Land beteiligt sich stärker an der Finanzierung dieser Kitas. Kostenfreies Kita-Jahr Eltern wird vor allem das zusätzliche kostenfreie Kita-Jahr freuen: Ab 2020/21 soll das vorletzte Kita-Jahr für alle Kinder beitragsfrei sein. "Das Land wird die Kosten tragen", erklärt Nürnberger. "Wenn Eltern weniger zahlen müssen, ist das eine gute Sache." In Bielefeld werden ab dem neuen Kita-Jahr Eltern mit wenig Einkommen außerdem zusätzlich entlastet, das haben die Ratsgremien schon im Rahmen der letzten Haushaltsberatungen beschlossen. "Ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr ist ein Schritt in die richtige Richtung und bringt eine spürbare Entlastung für Eltern", sagt auch Regine Weißenfeld (SPD), Vorsitzende des Jugendhilfe-Ausschusses. Dennoch sei nicht nachvollziehbar, dass die Landesregierung die komplette Kita-Beitragsfreiheit nach wie vor ablehne. "Kitas sind Bildungseinrichtungen und somit der erste Teil der Bildungskette." Mit Blick auf die angekündigten Qualitätsverbesserungen erwartet Weißenfeld jetzt die Details aus Düsseldorf. "Mehr Geld ist gut und richtig, wird aber alleine nicht ausreichen", sagt sie. "Wir brauchen auch mehr Personal, um einen besseren Betreuungsschlüssel und die gewünschten flexibleren Öffnungszeiten hinzubekommen."

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