Die Arbeitslosenquote sinkt auf 7,1 Prozent: Die Agentur für Arbeit an der Werner-Bock-Straße hat ein sehr gutes Jahr 2018 registriert. Sie bewertet den Arbeitsmarkt als „robust und wirtschaftlich stark". - © Barbara Franke
Die Arbeitslosenquote sinkt auf 7,1 Prozent: Die Agentur für Arbeit an der Werner-Bock-Straße hat ein sehr gutes Jahr 2018 registriert. Sie bewertet den Arbeitsmarkt als „robust und wirtschaftlich stark". | © Barbara Franke

Bielefeld Arbeitsmarkt erlebt das beste Jahr seit der Wiedervereinigung

2018 war für den Arbeitsmarkt in Bielefeld das beste Jahr seit der Wiedervereinigung. In einem Punkt ist die Stadt sogar Spitze im NRW-Vergleich

Bielefeld. Ein so gutes Jahr wie 2018 hat der Bielefelder Arbeitsmarkt seit Jahrzehnten nicht mehr gehabt. "Es war das beste seit der Wiedervereinigung Deutschlands", sagt Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit. Als "robust und wirtschaftlich stark" beschreibt er die Lage. ZAHLEN UND QUOTEN 2018 waren im Jahresdurchschnitt 12.552 Bielefelder arbeitslos. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Rückgang von 1.808 Arbeitslosen und ein Minus von 12,6 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet betrug durchschnittlich 7,1 Prozent und lag damit 1,2 Prozentpunkte unter dem Wert von 2017. "Für eine Großstadt ist das bemerkenswert gut", bilanziert Richter. BESONDERE GRUPPEN Selbst die, die es traditionell schwer haben auf dem Arbeitsmarkt, hatten im vergangenen Jahr gute Karten, eine Beschäftigung zu finden. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank um gut 12 Prozent. Etwas mehr als 5.500 Menschen zählen noch zu dieser Gruppe. Die Quote bei denen über 50 Jahre sank immerhin um fast 7 Prozent. Nur bei den Schwerbehinderten sieht die Bilanz mit einem Minus von 3,1 Prozent Arbeitslosigkeit schwächer aus. JUNGE LEUTE Gut 1.100 Arbeitslose sind unter 25 Jahren. Ihr Anteil ist in den vergangenen fünf Jahren stetig gefallen, im Vergleich zu 2017 sogar um 18 Prozent. Die Arbeitsagentur macht dafür vor allem die Weiterbildung verantwortlich. SPITZENPLATZ IM LAND Fast 155.000 Bielefelder haben einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz - so viele wie nie. Noch vor fünf Jahren waren es lediglich 140.000. Allein 2018 sind gut 4.100 dazugekommen. "Das ist der zweithöchste Steigerungswert im Land", teilt Agentur-Leiter Richter mit. Der Kreis Gütersloh ist dabei berücksichtigt, der in die Verantwortlichkeit von Bielefeld liegt. Aber auch die Stadt weist mit einem Zuwachs von 2,7 Prozent bei der Beschäftigtenquote einen deutlich überdurchschnittlichen Wert aus. In NRW liegt er bei plus 2,3 Prozent. 30 Arbeitsagenturbezirke gibt es in NRW. DOMINANTE BRANCHEN Die stärkste Branche in Bielefeld ist - wegen Bethel und Johanneswerk - natürlich das Gesundheitswesen. Fast 12.800 Menschen arbeiten in solchen Berufen. Auf Platz zwei steht der Einzelhandel mit 10.500 Beschäftigten, gefolgt vom Sozialwesen - ohne Heime - mit mehr als 10.300 und dem Großhandel mit 9.600 Beschäftigten. OFFENE STELLEN Der Bestand von rund 3.650 offenen Stellen ist ähnlich wie im Vorjahr. Gesucht werden vor allem Qualifizierte im Gesundheitswesen, allen voran Pflegekräfte. Der Agenturleiter sieht da gesellschaftlichen Handlungsbedarf. "Da müssen wir was machen", sagt Richter. AUSBLICK "Gut ausgebildete Fachkräfte" braucht der Arbeitsmarkt laut Richter. Für 2019 ist er "noch verhalten optimistisch". Sorge würde ihm ein harter Brexit bereiten, sagt er.

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