Freie Fahrt: Schon im nächsten Jahr soll es für die Linie 4 bis zur Dürerstraße gehen. - © Andreas Zobe
Freie Fahrt: Schon im nächsten Jahr soll es für die Linie 4 bis zur Dürerstraße gehen. | © Andreas Zobe

Bielefeld Erster Spatenstich für Linie 4 schon im Jahr 2019

Campus Nord: Mit der Verlängerung der Linie 4 sind neue und dringende Bauprojekte möglich. Und auch in der Innenstadt treibt der Oberbürgermeister eins seiner Lieblingsprojekte voran

Andrea Rolfes

Bielefeld. Die Stadt wächst. Das gilt auch für die Universität und die Stadtbahn. Die Linie 4 soll von der heutigen Endstation Lohmannshof um 1,3 Kilometer weitergebaut werden bis zur Schloßhofstraße/Dürerstraße. Zuletzt war dieser Plan ins Stocken geraten. Nun zeigt sich Pit Clausen überzeugt, dass nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Nachdem die Politik Rückenwind gegeben hat für die Neubaupläne der Medizin-Fakultät, spricht Oberbürgermeister Pit Clausen in einem Interview über positive Entwicklungen bei der Erschließung des Campus Nord. "Wir sind in den entsprechenden planungsrechtlichen Verfahren sehr weit fortgeschritten." Er gehe davon aus, dass im nächsten Jahr nicht nur die Vergabe für das Projekt erfolgen werde, sondern auch schon der Spatenstich gemacht werden könne. Erweiterung der FH steht dringend an Die Eile hat einen guten Grund. Erst wenn die Stadtbahn gebaut ist, darf das Campus-Gelände weiter erschlossen werden. Das regelt der Bebauungsplan so. Die Möglichkeit, neue Baugenehmigungen auf dem Gelände nördlich der Universität zu erteilen, hängt also davon ab, dass die Linie 4 über die jetzige Endstation hinaus bis zum Hochschulcampus Nord geführt wird. Dort gebe es inzwischen konkrete Nutzernachfragen. Vor allem die Erweiterung der FH stehe dringend an. "Da drückt es richtig", so Clausen. So sehr, dass dort schon darüber nachgedacht werde, mit Übergangslösungen zu arbeiten, bis die Hochschule möglichst schnell ein zweites Gebäude auf dem Campus Nord bauen könne. Das nächste drängende Projekt wäre der Bau eines neuen Gründerzentrums. Wie berichtet zieht die Medizin-Fakultät ins gerade fertiggestellte Innovationszentrum. Das Ziel der Stadt, auf dem Campus-Gelände die Ansiedlung einer Start-up-Szene anzuschieben, liegt damit erst einmal auf Eis. Clausen betont aber, dass das nicht lange so bleiben soll. Neues Gründerzentrum soll bis 2022 entstehen Die Stadt habe mit FH, Universität und Industrie- und Handelskammer eine gute Idee. "Im Zeitrahmen der Regionale haben wir bis 2022 einen privilegierten Zugang zu allen Fördertöpfen des Landes", sagt Clausen. Den wolle man nutzen, um ein neues Gründerzentrum zu bauen. Der Einzug der Medizin-Fakultät ins Innovationszentrum habe sich sogar als Vorteil entpuppt. Denn das Haus sei für die Bedürfnisse vieler Gründer nicht optimal gewesen, weil es ausschließlich naturwissenschaftlich ausgerichtet gewesen sei. Start-ups mit anderer Ausrichtung, etwa aus dem IT-Bereich , bräuchten andere räumliche Voraussetzungen. "Wir haben aus den letzten Monaten gelernt", sagt Clausen. Die Investoren müssten bei dem neuen Gebäude die Entwicklung viel flexibler anlegen und erst dann die Räume fein planen, wenn man wisse, welche konkreten Pläne der Gründer dort habe. "So werden wir eine breitere Nachfrage bedienen können, als das beim Bielefelder Innovationszentrum möglich gewesen wäre", glaubt Clausen. Das neue Gründerzentrum soll bis 2022 entstehen. Hier soll Unternehmen und Institutionen die Möglichkeit geboten werden, Forschungs-und Entwicklungsabteilungen im direkten Kontakt mit Forschungsgruppen der beiden Hochschulen anzusiedeln. Zudem sollen hier Voraussetzungen für Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und deren Ansiedlung geschaffen werden. Wissenswerkstatt in der ehemaligen Stadtbibliothek Ebenfalls konkretere Züge nimmt der Bau der Wissenswerkstatt in der ehemaligen Stadtbibliothek an der Wilhelmstraße an. Acht Millionen Euro erhält die Stadt vom Land, um dort ein Haus zu bauen, in dem in Zukunft Besucher selbst experimentieren oder sich für wissenschaftliche Themen begeistern können. "Wir beginnen gerade mit der Detailplanung", sagt Clausen. Gründungsmitglieder sind die großen Spieler der Stadt: Bertelsmann, Miele, Oetker und die von Bodelschwinghschen Stiftungen. Auch die Universität sei eng in das Projekt eingebunden. Die Eröffnung des Hauses soll 2021 sein. Dann könnten Bielefelder dort zum Beispiel 3-D-Drucker ausprobieren oder sich über die Luftverschmutzung informieren - etwa am Beispiel des benachbarten Jahnplatzes.

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