Die beiden Männer müssen lange hinter Gitter. - © picture alliance
Die beiden Männer müssen lange hinter Gitter. | © picture alliance

Bielefeld Lange Haftstrafe für Bielefelder Drogendealer

Täter steckten Kunden Pistolenlauf in den Mund.

Nils Middelhauve

Bielefeld. Ahmet J. (33; Namen aller Betroffenen geändert) hatte die ihm zur Last gelegten Vorwürfe vehement bestritten, sein Mitangeklagter Bülent P. (44) während des Prozesses geschwiegen. Genutzt hat es ihnen nichts: Die II. Große Strafkammer des Landgerichts verurteilte die beiden Männer aus Bielefeld zu Gefängnisstrafen von acht beziehungsweise sechs Jahren. Sie hatten als Mitglieder einer Bande im großen Stil mit Drogen gedealt. Ahmet J. war der Kopf und Chef der Bande. Er hielt den Kontakt zu den Lieferanten, organisierte und kontrollierte den aus Sicht der Angeklagten ordnungsgemäßen Verkauf der illegalen Ware. Dieser erfolgte aus der Wohnung des Mitangeklagten P. heraus. Gelagert wurden die Drogen wiederum in der Wohnung des gesondert verfolgten Volkan B. (24). Dieser brachte stets auf Zuruf die gewünschte Menge Rauschgift zur Wohnung von Bülent P., wenn dieser einen Kunden erwartete. Bandenchef steckt Kunden Lauf einer Pistole in den Mund Bei drei Gelegenheiten erhielten die Männer im Frühjahr dieses Jahrs von einem Kurier insgesamt sechs Kilogramm Marihuana, ein Kilogramm Haschisch sowie 270 Gramm Kokain geliefert. Allein für die erste der drei Teilmengen übergab der bislang nicht vorbestrafte P. auf Weisung seines Bandenchefs dem Kurier in einer Tiefgarage an der Ernst-Rein-Straße mindestens 12.000 Euro. Als im April einer der Kunden der Bande in der Wohnung von P. ankündigte, künftig keine Drogen mehr über das Trio beziehen zu wollen, stieß dieses bei Ahmet J. offenbar auf wenig Gegenliebe. Aus der Küche holte er eine dort liegende Pistole, schob dem Abwanderungswilligen unter Gewaltanwendung den Waffenlauf in den Mund und drohte dem Mann, er werde ihn umbringen – noch am selben Tag kaufte der Kunde eine nicht unerhebliche Menge Marihuana bei den Angeklagten. In der mehrtägigen Verhandlung vor dem Landgericht hatte Ahmet J. die Beteiligung an den illegalen Geschäften bestritten. Dessen Ausführungen seien jedoch – so der Vorsitzende Richter Carsten Wahlmann in der Urteilsbegründung – wenig glaubhaft und nicht plausibel gewesen. Neben der Haftstrafe ordnete die Kammer die Unterbringung der beiden cannabisabhängigen Angeklagten im Entzug an.

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