ICE sollen nach neuen Plänen in OWL häufiger halten, auch der ICE 4 (links). - © picture alliance/dpa
ICE sollen nach neuen Plänen in OWL häufiger halten, auch der ICE 4 (links). | © picture alliance/dpa

Bielefeld Neue Details: ICE sollen häufiger in Ostwestfalen halten

Konzept im Landtag vorgelegt: Fernverkehr soll ab 2023 in Bielefeld um 50 Prozent wachsen. In anderen Städten sind verbesserte IC-Halte geplant

Matthias Bungeroth

Bielefeld. Gute Nachricht für Bahnkunden in Ostwestfalen-Lippe: Die Anbindung der Region an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn (DB) soll ab Ende 2023 stark verbessert werden. Das geht aus Plänen hervor, die der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die DB im Düsseldorfer Landtag vorstellten. Einige Details waren bereits im Vorfeld durchgesickert. Doch einige Elemente des vorgelegten Konzeptes überraschen selbst Insider. Denn darin heißt es zum ICE-Halt Bielefeld: „Bielefeld wird neben den weiterhin bestehenden stündlichen ICE Düsseldorf–Berlin (zweistündlich mit Flügel auch nach Köln) zusätzlich auch von der neuen zweistündlichen schnellen ICE-Linie Köln–Berlin angebunden." Damit solle sich die Anzahl der Direktverbindungen von Bielefeld nach Berlin um etwa 50 Prozent erhöhen. Der ICE 4 kommt dazu „Das ist ein Pfund, damit kann man sich sehen lassen", kommentiert Willi Wächter, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Ostwestfalen-Lippe. Dass das sogenannte Flügeln, also das An- und Abkoppeln der beiden ICE, die aus Richtung Köln und Düsseldorf in Bielefeld ankommen oder dorthin führen, langfristig bleiben wird, hofft Wächter allerdings nicht. Der stündliche ICE-Verkehr soll um zweistündlich zusätzlich verkehrende ICE-Züge neuer Bauart (ICE 4) ergänzt werden. Diese sollen auch in Bielefeld halten, was bisher noch nicht hundertprozentig klar war. Die neuen ICE-4-Züge sollen eine Kapazität von 830 Sitzplätzen haben, wie Wächter erläuterte. Auch Minden soll ICE-Halt werden Man müsse „die Leute loben, die da richtig rangeklotzt haben". Werden die Pläne Realität, dann wird auch Minden künftig ICE-Halt. „In Minden werden neu zweistündlich die ICE-Züge der Linie Düsseldorf–Ruhrgebiet–Hamm–
Hannover–Berlin halten", heißt es in dem Konzept. Der ICE ersetze hierbei die Hälfte der Halte der IC-Linie Amsterdam–Berlin. „Der Halt der zweistündlichen IC-Linie Köln–Wuppertal–Hagen–
Dortmund–Hannover–Magdeburg–Leipzig–Dresden bleibt unverändert", schreiben die Planer weiter. Auch die anderen OWL-Städte stehen bei der Anbindung an das IC-Netz nicht schlechter da als jetzt, was zwischenzeitlich seitens der Bahn diskutiert worden war. Im Gegenteil. In Gütersloh, Herford und Minden solle der bisherige Angebotsumfang etwa beibehalten werden, so das Konzept. „In Bad Oeynhausen ersetzen die dort dann wiederhaltenden Züge der zweistündlichen IC-Linie Köln–Hannover–Magdeburg–Dresden den heutigen, meist nur vierstündlichen Halt der IC-Linie Amsterdam–Berlin", so die Bahner. Dies sei für eine neue, schnellere Reisezeit zwischen Amsterdam und Berlin nötig. „Somit erhält Bad Oeynhausen einen zweistündlichen Systemhalt." Bahnhof Herford soll noch wichtiger werden Intensive Untersuchungen hätten ergeben, dass „im Vergleich zum Status quo negative Auswirkungen auf den Nahverkehr wie Überholungen, Anschlussverluste oder Halte mit geringerer Bedienung je Stunde vermieden werden können". Der Bahnhof in Herford soll einen noch wichtigeren Status als Umsteigebahnhof im Nahverkehr erhalten, etwa auf den Linien RB 77 und RB 72.

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