Ein Mitglied der "Ermittlungskommission StraB" sieht durch das Einschlagloch der 1995 erbauten Stadtbahn, die am Montagabend beschossen wurde. - © Wolfgang Rudolf
Ein Mitglied der "Ermittlungskommission StraB" sieht durch das Einschlagloch der 1995 erbauten Stadtbahn, die am Montagabend beschossen wurde. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Schüsse auf Stadtbahnen: Kripo-Ermittler suchen weiter nach Projektil

Nachdem die Tatorte weiter eingegrenzt wurden, sucht die Polizei nach weiteren Beweisen. Schon 2014 gab es Schüsse auf MoBiel-Bahnen

Bielefeld. Nach den mysteriösen Schüssen auf zwei Bielefelder Stadtbahnen arbeiteten die Mitglieder der „Ermittlungskommission StraB" weiterhin an der Aufklärung, wie Polizeisprecherin Hella Christoph bestätigte. So wurden bereits die ersten Fahrgäste der betroffenen Bahnen befragt, so dass die genauen Tatorte enger eingegrenzt werden konnten. „Deshalb sind Beamte die beiden Stellen gestern noch einmal abgegangen", so Christoph. Für den Fall, dass doch etwas wieder aus der Bahn ausgetreten sei. Schließlich weist zumindest die Bahn der Linie 1, die am Montag beschossen wurde, zwei Löcher auf – auf der rechten Seite ein Eintrittsloch und auf der linken Seite womöglich ein Austrittsloch. Also ein Durchschuss? Denn ob der gefundene Bolzen ein Tatmittel ist, blieb auch gestern unbekannt. Ob die Kripo am Mittwoch etwas anderes gefunden hat, war nicht zu erfahren. Derweil halten es MoBiel-Insider trotz der unterschiedlichen Zerstörungen der Scheiben für durchaus möglich, dass der gleiche Täter mit der gleichen Technik auch am Samstag geschossen haben könnte. Zwar sei die Scheibe der Linie 4, die am Samstag zwischen „Graf-von-Stauffenberg-Straße" und „Bültmannshof" getroffen wurde, längst nicht in dem Umfang durchschlagen worden wie die Türscheibe der Linie 1 am Montag. Scheiben der alten M8D-Bahnen splittern leichter Aber es handelte sich auch um völlig verschiedene Bahn-Typen. Die Scheibe der modernen Vamos-Bahn, die am Samstagabend getroffen wurde, entspräche höheren Sicherheitsstandards als die der 1995 gebauten Bahn vom Typ M8D, die am Montagabend zwischen „Landgericht" und „Rathaus" getroffen wurde. Ein Insider: „Die alten Scheiben zerbrechen viel leichter." Derweil geht das Rätselraten um die Motivation des Täters weiter. Ein Stadtbahnfahrer vermutet, dass es nicht der letzte Schuss gewesen sei: „Am Samstag hat er Chaos angerichtet. Jetzt hat er bemerkt, dass er am Rathaus noch mehr Chaos anrichten konnte. Ich denke, der ist jetzt auf den Geschmack gekommen." Schüsse auf Stadtbahnen sind übrigens keine Neuheit in Bielefeld: Am 16. Juli 2014 hatte die Polizei einen 23-jährigen Bielefelder festgenommen, nachdem er vom Fenster aus mit seiner Druckluftpistole (Kaliber 4,5 Millimeter) an der Schildescher Straße (Haltestelle „Sudbrackstraße") auf zwei Stadtbahnen geschossen hatte. Damals registrierte die Polizei drei Einschusslöcher in drei Scheiben Die Polizei fand in zwei Scheiben drei Einschusslöcher. Durchgeschlagen waren die Projektile allerdings nicht. Wie sich später herausgestellt hatte, hatte der Täter aus reinem Übermut auf das Dach der Bahnen gezielt, aber die Fenster getroffen. Er wurde wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt. Augenzeugen der beiden aktuellen Fälle werden weiterhin gebeten, sich bei der Kripo (Ermittlungskommission StraB) zu melden unter Tel. (0521) 54 50.

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