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Vier Spielabbrüche und eine Massenschlägerei gab es auf Bielefelds Sportplätzen am Wochenende. - © picture alliance/dpa
Vier Spielabbrüche und eine Massenschlägerei gab es auf Bielefelds Sportplätzen am Wochenende. | © picture alliance/dpa

Bielefeld Spielabbrüche und Massenschlägerei im Amateurfußball: Schiedsrichter besorgt

In Bielefeld mussten am Wochenende vier Fußballspiele nach Krawallen abgebrochen werden. Der Vorsitzende des Schiedsrichterauschusses fordert höhere Strafen.

Dirk-Ulrich Brüggemann
12.11.2018 | Stand 12.11.2018, 18:38 Uhr

Bielefeld. Mit sportlicher Fairness hat das nichts mehr zu tun: In den unteren Klassen des Bielefelder Amateurfußballs hat es am Wochenende vier Spielabbrüche und eine Massenschlägerei gegeben. Philip Dräger, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterauschusses, nimmt diese Entwicklungen mit großer Besorgnis zur Kenntnis und fordert höhere Strafen des Kreissportgerichts. Die Kreisliga-B-Partie zwischen dem SC Halle und dem 1. FC Hasenpatt Jöllenbeck  wurde in der 70. Minute beendet. Auf Bitten der Jöllenbecker brach der Schiedrichter die Begegnung beim Stand von 11:0 für den SC Halle ab. In der Kreisliga C ging es ebenfalls hoch her. Die Begegnung Friesen Milse II – FC Hilal Spor II  brach der Unparteiische beim Spielstand von 1:0 für Milse ab, nachdem ihn ein Spieler der Friesen geschlagen und eine Kopfnuss verpasst hatte. Schiri als "Nazi" bezeichnet Bereits nach 40 Minuten zu Ende war die Spielbegegnung BSV West II – SpVg. Heepen II. Als der Schiedsrichter beim Stand von 4:0 für Heepen einem Spieler des BSV die Rote Karte zeigte,  wurde der Unparteiische massiv beleidigt und bedroht. Der Referee brach ab und verließ fluchtartig den Platz. Die Partie TuS Hoberge-Uerentrup – SCE Rot-Weiß  dauerte immerhin 60 Minuten. Beim Stand von 2:0 für die Gastgeber fingen drei Spieler des SCE an, den Schiedsrichter zu beleidigen. Der Unparteiische bat den Heimverein um einen Ordnungsdienst, der auch sofort gestellt wurde.  Die Beleidigungen seitens SCE Rot-Weiß gingen aber weiter, der Referee zeigte zweimal die Rote und einmal die Gelb-Rote Karte. Darüber war die Mannschaft des SCE Rot-Weiß so erbost, dass sie das Spielfeld verließ. Die B-Liga-Partie zwischen TuRa 06 und dem FC Delta stand kurz vor dem vorzeitigen Ende. Der  Schiedsrichter wurde von den Turanern mehrfach als „Nazi" bezeichnet. Es kam  zu tumultartigen Szenen und einer langen Spielunterbrechung. Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, beschloss  der Unparteiische, das Spiel fortzusetzen. Massenschlägerei nach Spielschluss Bei der Partie des TuS Ost II gegen Yek-Spor  in der  Kreisliga C kam es  nach Spielschluss (5:3) zu einer Massenschlägerei. Mehrere Streifenwagen und zwei Rettungswagen mussten anrücken. Der Schiedsrichter wurde unter Polizeischutz zu seinem Auto gebracht. Zudem sieht Philip Dräger das Problem, dass Bielefeld immer mehr Unparteiische verliert. „Es will doch keiner pfeifen, wenn mehr oder weniger klar ist, dass es zu Problemen kommen wird", nimmt Dräger kein Blatt vor den Mund. Schlagen, Treten, Kopfstöße und Anspucken sind nach seiner Aussage die häufigsten Verfehlungen gegenüber der Schiedsrichter.

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