Der Rollrasen ist weg: Ruben Wächter, Inhaber des gleichnamigen Gartenbaubetriebes, koordiniert die Arbeiten auf dem Kesselbrink. Baggerführer Marten Kruse (im Hintergrund) befüllt mit dem Boden täglich drei Lastwagen. - © Wolfgang Rudolf
Der Rollrasen ist weg: Ruben Wächter, Inhaber des gleichnamigen Gartenbaubetriebes, koordiniert die Arbeiten auf dem Kesselbrink. Baggerführer Marten Kruse (im Hintergrund) befüllt mit dem Boden täglich drei Lastwagen. | © Wolfgang Rudolf

Mitte Bagger am Kesselbrink: Spielfläche wird vorbereitet

Die Firma Wächter hat damit begonnen, den maroden Rollrasen abzutragen. Später sollen Spiel- und Sportgeräte aufgebaut werden. Der Umweltbetrieb geht davon aus, dass im Frühjahr alles fertig ist

Sylvia Tetmeyer

Mitte. Baggerführer Marten Kruse hat die Grasnarbe inzwischen abgetragen. Zum Vorschein kommt jetzt feiner, dunkler Boden. "Für den Abtransport haben wir drei Lastwagen im Einsatz, die jeden Tag acht bis zehn Touren fahren", sagt Ruben Wächter, Inhaber der gleichnamigen Fachfirma. Im kommenden Frühjahr sollen auf der rund 1.500 Quadratmeter großen Kesselbrink-Fläche Sport- und Spielgeräte stehen. "Dann wollen wir die Arbeiten spätestens abgeschlossen haben", erklärt Michael Koch vom Umweltbetrieb (UWB). Wie mehrfach berichtet, hat der Ursprungsrasen der 12,4 Millionen teuren Neugestaltung den Belastungen der vielen Nutzer nicht standgehalten. Deshalb ließ die Stadt ihn austauschen. Doch der neue Rollrasen wuchs nicht richtig an - wegen schlechter Qualität und nicht fachgerechter Verlegung. Die ausführende Firma lehnte eine Neuverlegung ab. Trainiert wird an Reckstangen, Barren und Leitern Der UWB kündigte den Vertrag. Das Planungsbüro Lützow 7 schlug daraufhin vor, die Fläche zu überplanen. "Wir führen zurzeit Untersuchungen vor Ort durch", erläutert Koch. Wenn der Boden entfernt sei, werde eine Asphaltschicht aufgetragen. Dann folge als Fallschutz ein Kunststoffbelag. Neben den Sportgeräten soll eine Calisthenics-Anlage errichtet werden. Dort kann an Reckstangen, Hangelleitern und Barren trainiert werden. Weil es die Anlage nicht von der Stange gibt und alles aus Einzelelementen zusammengesetzt wird, hat sich der Aufbau verzögert. "Später wird man auch Basketball spielen können", versichert Koch. Ziel der Stadt sei es, den Kesselbrink vor allem für Sportbegeisterte und Familien mit Kindern attraktiver zu machen. Für die Gesamtanlage rechnet die Stadt mit Kosten von 895.000 Euro. Es gibt Fördermittel. "Für den Immobilienservicebetrieb als Auftraggeber bleibt noch ein Eigenanteil von 195.000 Euro", sagt der Sprecher des Umweltbetriebes. Davon sollen auch zwei 14 Meter lange Boulebahnen finanziert werden. "Wir stellen auf der Südseite auch Holzbänke mit Rückenlehnen auf", sagt Koch. Die Boule-Bahnen auf dem Plateau unter den Bäumen sind Bestandteil einer Mehrgenerationenspielfläche. Im Frühjahr soll Einweihung gefeiert werden Abgerundet wird das Areal von einem Großspielgerät mit Kletternetzkonstruktion, Schaukeln, Rutschen und Pendelsitzen. Die maximale Höhe der Konstruktion soll 2,90 Meter nicht überschreiten. Alle Aufbauen müssen statisch so aufeinander abgestimmt sein, dass die Tiefgarage nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Rat hatte das Konzept im März 2017 beschlossen - auch um ungeliebte Gruppen wie Drogenkonsumenten zu verdrängen. "Bevor wir richtig anfangen konnten, mussten wir viel Müll, Kronkorken und auch Spritzen entfernen", berichtet Ruben Wächter. Anschließend seien 290 Kubikmeter Granulat beseitigt worden. Nun folgen 136 Kubikmeter Füllboden. Der Firmenchef, der mit zwei bis drei Mitarbeitern vor Ort ist, geht davon aus, dass die Erdarbeiten bis Ende des Monats abgeschlossen sind. Der neue Boden werde dann etwas höher sein. "Mit den Fundamenten sind das etwa fünf Zentimeter mehr", schätzt Michael Koch.

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