Der Fall ereignete sich an der Herforder Straße in Bielefeld. - © Mathiesen
Der Fall ereignete sich an der Herforder Straße in Bielefeld. | © Mathiesen

Bielefeld Mordkommission ermittelt: Schlug der 53-jährige Bielefelder mit einem Hammer auf seine Frau ein?

Schweres Werkzeug wird als mögliche Tatwaffe vom LKA untersucht. Hat sich der 53-Jährige beim Notruf selbst belastet?

Jens Reichenbach

Bielefeld. Wurde die 37-jährige Bielefelderin, die am frühen Montagmorgen mit schwersten Kopfverletzungen in ihrer Wohnung an der Herforder Straße gefunden wurde, mit einem Hammer attackiert? Bis heute schwebt sie in akuter Lebensgefahr. Ihr Ehemann (53), der seit Dienstag wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft sitzt, könnte sich bereits bei seinem Notruf unmittelbar nach der Tat selbst belastet haben. Dem Disponenten der Feuerwehrleitstelle soll er dem Vernehmen nach gesagt haben, dass er "seine Frau totgemacht" habe. Polizeisprecherin Hella Christoph widerspricht dieser Darstellung: "Der Beschuldigte spricht nicht gut Deutsch", erklärt sie. Er habe sich nicht der Tat selbst bezichtigt. Vielmehr habe er angesichts des dramatischen Gesundheitszustands seiner Frau dringend um Hilfe gebeten, so Christoph. Irakischer Flüchtling schweigt Wie berichtet, haben die Ermittler bereits einen Verdacht, welcher Gegenstand in der Wohnung als Tatwaffe in Frage kommt. Dabei soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um einen schweren Eisenhammer handeln. Christoph bestätigt: "Neben diversen anderen Gegenständen ist auch ein Hammer aktuell auf dem Weg zum Landeskriminalamt, das die Beweismittel auf Spuren untersuchen wird." Bisher sei aber noch kein Tatwerkzeug eindeutig identifiziert. Der 53-jährige Flüchtling aus dem Irak, der nach Angaben seines Bielefelder Verteidigers Carsten Ernst bisher von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, hat zusammen mit seiner Ehefrau fünf Kinder im Alter von ein bis elf Jahren. Sie alle wurden noch am Montag vom Jugendamt in Obhut genommen. Mit seiner Ex-Frau soll der Beschuldigte noch weitere Kinder haben.

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