Engagiert: Ex-Handballstar Daniel Stephan vom Verein "OWL zeigt Herz" (v. l.), Tatort-Schauspieler Klaus J. Behrendt und Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen präsentieren drei Modelle der gespendeten Schulranzen. - © Wolfgang Rudolf
Engagiert: Ex-Handballstar Daniel Stephan vom Verein "OWL zeigt Herz" (v. l.), Tatort-Schauspieler Klaus J. Behrendt und Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen präsentieren drei Modelle der gespendeten Schulranzen. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Tatort-Star und Welthandballer zu Gast in Bielefeld

Hilfe für Schulkinder

Bielefeld. Es sind deutliche Worte, die Klaus J. Behrendt für sein Engagement beim Projekt "Wir starten gleich - Kein Kind ohne Schulranzen!" findet: "Die Kinder sollen nicht am ersten Schultag die Arschkarte haben, nur weil sich die Eltern keinen Schulranzen leisten können", sagt der Berliner. Wichtig sei auch, dass die Verteilung der Ranzen anonym geschehe Deshalb unterstützt die Initiative des Vereins "Tatort - Straßen der Welt" in Städten wie beispielsweise Bonn, Köln oder Wuppertal finanziell benachteiligte Kinder. Seit diesem Schuljahr gehört auch Bielefeld dazu. Kooperationspartner dort ist die Schulkramkiste Bielefeld. Deren ehrenamtliche Mitarbeiterin Helga Lindenbaum-Lanz weiß, wie wichtig es für Kinder ist, einen ordentlichen Ranzen mit in die Schule bringen zu können. Sie berichtet von rührenden Szenen bei der Ausgabe der Schulranzen. "Als sich ein Mädchen ihren Tornister mit Prinzessin Lillifee darauf abgeholt hat, ist die Kleine in Tränen ausgebrochen. Wir hätten da fast auch alle geweint", sagt sie. Es sei einfach schön, diese Freude zu erleben. In diesem Jahr brachten die ehrenamtlichen Helfer in Bielefeld insgesamt 500 Schulranzen unter die Erstklässler. 200 Schultornister steuerte der Kölner Tatort-Verein bei. Und das auch mit Unterstützung des Vereins "OWL zeigt Herz". Der spendete dem Tatort-Verein zweckgebunden die Summe von 10.000 Euro und sorgt mit einem weiteren prominenten Gesicht für Aufmerksamkeit: Ex-Welthandballer Daniel Stephan. "Ulrike Thönniges vom Verein "Tatort - Straßen der Welt" betont außerdem, dass jede Spende, die in das Projekt einfließe, auch dort eingesetzt werde, woher das Geld stamme. Spenden aus Bielefeld blieben damit in Bielefeld. Wichtig sei auch, dass die Verteilung der Ranzen anonym geschehe. Gemeinsam mit Partnern vor Ort würde man den Bedarf an Ranzen im Mai in den einzelnen Städten ermitteln. Auf Grundlage dieser Zahlen werden aus den Spendengeldern neue Schulranzensets beschafft, die über die Erzieherinnen an den Kitas an die Eltern der Kinder verteilt würden. "Die Kinder, die einen der 200 Schulranzen erhalten, sollen nicht erfahren, dass die Tornister gespendet sind", sagt sie. Sogar der Verein selbst kenne deren Namen nicht. Diese Anonymität sei eine der wichtigsten und zentralsten Leitlinien des Projektes. Dem Verein sei außerdem wichtig, dass die Schulranzen von guter Qualität und von einer Marke seien, betont Thönniges. Schließlich müssten die Tornister die vierjährige Grundschulzeit überstehen. Eigentlich würde so ein Schulranzenset, inklusive Federmäppchen und Turnbeutel, um die 200 Euro kosten. Doch der Verein erhalte die Ranzen durch Verhandlungen mit den Herstellern der Schulranzen, engagierten Einzelhändlern und anderen Organisationen zu vergünstigten Konditionen, verrät Thönniges. Am Ende läge der Preis zwischen 50 und 70 Euro. Das sei sogar noch unter dem Einkaufspreis. Für Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, der das Projekt als Schirmherr unterstützt, steht fest: "Wir sollten allen Kindern und Jugendlichen die gleichen Startchancen in unser Bildungssystem ermöglichen." Leider würde, trotz jahrzehntelanger Bildungspolitik in der Bundesrepublik, der Spruch immer noch gelten: "Haben deine Eltern viel Kohle, haste besser Chancen. Das ist zutiefst ungerecht", sagt der Oberbürgermeister.

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