In der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft an der Ernst-Rein-Straße leben jetzt Bielefelder Wohnungslose. Auf dem Bild ist zu sehen, wie Besucher und Vertreter der Stadt Bielefeld und der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (BGW) die Container inspizieren, kurz nachdem sie aufgestellt wurden. - © Sarah Jonek
In der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft an der Ernst-Rein-Straße leben jetzt Bielefelder Wohnungslose. Auf dem Bild ist zu sehen, wie Besucher und Vertreter der Stadt Bielefeld und der Bielefelder Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (BGW) die Container inspizieren, kurz nachdem sie aufgestellt wurden. | © Sarah Jonek

Bielefeld In Bielefelder Flüchtlingsunterkünften leben jetzt Wohnungslose

Soziales: Es hatte zunächst Beschwerden in der Nachbarschaft wegen Ruhestörung gegeben

Bielefeld. Seit vier Monaten nutzen Wohnungslose die ehemalige Flüchtlingsunterkunft an der Ernst-Rein-Straße. Dort dürfen sie schlafen, Zeit verbringen und sich zurückziehen. Jetzt zieht Sozialdezernent Ingo Nürnberger in einer Informationsvorlage eine positive Zwischenbilanz. Das Angebot werde gut angenommen und gliedert sich in vier Bausteine. So gibt es in einem Bereich 25 Plätze für Menschen, bei denen alle vorherigen Hilfsangebote gescheitert waren. Sie finden in der Unterkunft ein Zimmer und dürfen sich dort längerfristig aufhalten. 23 der 25 Plätze seien belegt, unter anderem von sieben Frauen. Sie werden in einem eigenen Containerbereich untergebracht. Ein Großteil dieser Personen – durchschnittlich 22 Personen – nutzt auch den gemeinschaftlichen Tagesaufenthalt, der montags bis samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet ist. „Damit ist es gelungen, die Menschen auch tagsüber an das Objekt zu binden", schreibt Nürnberger. Aber auch andere Menschen aus der Szene fänden ihren Weg dorthin. »Gelungen, die Menschen tagsüber an das Objekt zu binden« Seltener genutzt werde hingegen der sogenannte „Sleep-in-Bereich", in dem sich auswärtige Menschen aufhalten und dort maximal sieben Tage im Monat verweilen dürfen. „Dieser Bereich wird momentan eher schwach, aber mit steigender Tendenz besucht", schreibt Nürnberger. Im Frühling habe nur eine Person das Angebot wahrgenommen; im Juli hingegen schon sieben. Nürnberger rechnet damit, dass sich diese Entwicklung im Herbst fortsetzen wird. Aktuell werden in dem Bereich zudem vier Personen untergebracht, die nach einem Großbrand obdachlos geworden sind. Ein weiteres Angebot sieht vor, dass sich die Menschen für einige Stunden in ein Zimmer zurückziehen können. Das nutzten in den vergangenen Monaten regelmäßig fünf Personen. Sozialarbeiter seien weiterhin bemüht, Wohnungslose aus dem öffentlichen Raum an die Ernst-Rein-Straße anzubinden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Projekt habe sich nach anfänglichen Beschwerden einiger Nachbarn aufgrund von Ruhestörung gut entwickelt und werde weitgehend akzeptiert, schreibt Ingo Nürnberger.

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