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Einkaufen bis 24 Uhr: Thomas Keitel, Johannes Göke, Michael Latz, Martin Knabenreich und Jörg Beyer laden ein. - © Sarah Jonek
Einkaufen bis 24 Uhr: Thomas Keitel, Johannes Göke, Michael Latz, Martin Knabenreich und Jörg Beyer laden ein. | © Sarah Jonek

Bielefeld Bielefelder Werbegemeinschaften wollen Sonntagsshopping retten

Mitternachtsshopping am 29. September: Geschäfte öffnen Samstag letztmals bis 24 Uhr. Werbegemeinschaften planen 2019 neues Late-Night-Shopping bis 22 Uhr. Frühjahr-Event "Hut ab" könnte auf ganze Einkaufszone erweitert werden

Joachim Uthmann
25.09.2018 | Stand 24.09.2018, 21:49 Uhr

Bielefeld. Einkaufen bis 24 Uhr - das wird es in Bielefeld am 29. September zum letzten Mal geben. Die Innenstadt-Kaufleute laden Samstag zum Mitternachtsshopping in der bisherigen Form noch einmal ein - dann wollen sie ihr Konzept ändern. Ab 2019 planen sie ein Late-Night-Shopping, bei dem die Läden nur noch bis 22 Uhr öffnen. Daneben wollen sie das Sonntagsshopping mit einem neuen Konzept retten. Der Anstoß für die Neuerungen kam aus der Altstadt. Vor allem kleinere Geschäfte hier, die eher am Rand liegen, tun sich seit Langem schwer mit der langen Öffnungszeit beim Mitternachtsshopping und machten teils nicht mit. Der neue Vorsitzende der Kaufmannschaft Altstadt, Henner Zimmat, schlägt deshalb vor, an den Sondersamstagen abends eher zu schließen. Dann könnten auch kleinere Läden das verkraften. Zimmat: "Außerdem wird es ab 22 Uhr sowieso deutlich ruhiger in den Läden." Die Werbegemeinschaft City mit den großen Geschäften sowie dem Loom-Center rund um die Bahnhofstraße zeigen sich jetzt bereit, auf die Wünsche aus der Altstadt einzugehen. Der Vorsitzende Johannes Göke (Peek & Cloppenburg) verkündete gestern bei der Vorstellung des Mitternachtshopping-Programms für den 29. September, dass man zu einer neuen einheitlichen Regelung bereit sei. Göke wie Martin Knabenreich von Bielefeld Markting und Thomas Keitel vom Hotel- und Gaststättenverband betonten die Wichtigkeit, "dass alle an einem Strang ziehen". »Einen solchen Erlebniseinkauf kann der Online-Handel nicht bieten« Knabenreich erinnerte an die Meinungsverschiedenheiten in der Frage, die mit dem Kompromiss der kürzeren Abendöffnung gelöst werden könnten. Mit zu der Einigung trug auch der Druck bei, dass für die Sonntagsöffnungstage neue Formen gefunden werden müssen. Die bisherigen Frühjahr- und Herbsttermine sind nach der neuen Rechtslage gefährdet. Aber auch da hofft Zimmat auf eine Lösung. Sein Vorschlag: Das Konzept mit dem Motto "Hut ab", bei dem die Altstadt im April an 13 Spielorten 25 Künstler mit Musik, Artistik und Spaß "Kulturhäppchen" zum Einkauf servierte, sollte auf die ganze Innenstadt ausgeweitet werden. Er habe Signale von der City-Werbegemeinschaft wie vom Loom, das zu unterstützen. Im Oktober soll es Gespräche mit der Stadt geben. Am Samstag wird es aber noch einmal das vertraute Mitternachtsshopping geben, das bis 24 Uhr zum Bummeln, Stöbern und Einkaufen "mit Freunden und Familie" einlädt. Jörg Beyer vom Handelsverband erwartet, dass Einkaufszonen und Geschäfte wieder "gut gefüllt sind". Knabenreich: "Einen solchen Erlebniseinkauf kann der Online-Handel nicht bieten."

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