Wer hätte das gedacht: Viele Ärzte finden es hilfreich, wenn Patienten die Symptom-Suchmaschine bei Google anzapfen. - © Symbolfoto Pixabay
Wer hätte das gedacht: Viele Ärzte finden es hilfreich, wenn Patienten die Symptom-Suchmaschine bei Google anzapfen. | © Symbolfoto Pixabay

Bielefeld Ärzte befürworten Krankheiten-Recherche auf Google

Erhebung: Die Mehrheit der Ärzte reagiere positiv darauf, wenn der Patient sich informiere

Bielefeld. Machen gesundheitliche Beschwerden den Besuch beim Haus- oder Facharzt notwendig, bereitet sich die Mehrheit der Deutschen darauf vor - mittels Internetrecherche, Fachbüchern oder auch Gesundheitssendungen im Fernsehen. Darauf reagieren etliche Mediziner nach Einschätzung der Deutschen positiv. Das hat eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse gezeigt. So berichteten 44 Prozent der Befragten, dass sich ihr Arzt über vorab angereichertes Wissen und ihr Interesse freut und dieses mit seinem Fachwissen anreichert. Manche Ärzte reagieren allerdings genervt „Ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch ist der Schlüssel für den Erfolg einer Behandlung", sagt Ulrike Schäfer vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Bielefeld. „Denn klappt die Kommunikation, kann Vertrauen aufgebaut werden, und damit steigt die Therapietreue." Auch die Selbstheilungskräfte werden durch ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis nachweislich gefördert. Auf 40 Prozent der Teilnehmer der forsa-Umfrage wirkten die Reaktionen des Arztes auf ihr Vorab-Wissen neutral. Lediglich sechs Prozent geben an, dass ihr Arzt genervt reagiert. Dabei scheint laut forsa die jüngere Generation, die sich vor Arztbesuchen schlau macht, einen besonders schweren Stand zu haben. So sagt jeder siebte Befragte zwischen 18 und 29 Jahren aus, dass ihr Arzt kritisch auf ihr Vorwissen reagiert. Bei den 50- bis 70-Jährigen bestätigt das lediglich jeder 25. Umfrageteilnehmer. „Reagieren Ärzte ungeduldig auf informierte Patienten, kann Zeitdruck ein Grund dafür sein", so Ulrike Schäfer. „Die Wartezimmer sind heute meist randvoll, und so bleiben für den einzelnen Patienten oft nur wenige Minuten Behandlungszeit." 1.001 Personen befragt Ein weiterer Grund für kritische Reaktionen von Medizinern könne die Informationsquelle sein, auf die sich Patienten berufen. Das Internet sei inzwischen Recherchemedium Nummer eins in Gesundheitsfragen, aber auch ein Info-Dschungel. Forenbeiträge aus dem Web beispielsweise, bei denen persönliche Krankheitsgeschichten im Vordergrund stünden, würden nicht weiterhelfen, verunsicherten vielmehr. Wer im Internet medizinische Infos über Krankheitsbilder, deren Symptome und Behandlungsmöglichkeiten suche, solle sich daher über seriöse, professionelle Seiten Wissen aneignen. Das Meinungsforschungsinstitut forsa hatte im Frühjahr 2018 im Auftrag der KKH 1.001 Personen zwischen 18 und 70 Jahren repräsentativ befragt.

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