Mitte Bielefelder Freiwillige befreien erneut den Ravensberger Park vom Müll

Umwelt: Die Aktivisten kommen dabei auf zwölf gefüllte Müllsäcke

Nicolas Lepartz

Mitte. Vor einigen Wochen wollte Pawel Reinsz im Ravensberger Park Sport machen, und trat dabei auf der Wiese in eine Glasscherbe. Bewaffnet mit Mülltüte und Handschuhen kehrte er kurz darauf zurück und sammelte herumliegende Kronkorken ein. Nachdem er die Aktion auf Facebook postete, fand er Unterstützer, und rief die Organisation "NextGen" ins Leben. Am Freitag lud "NextGen" zum zweiten Mal zu einer Aufräumaktion in den Ravensberger Park ein. Rund acht Unterstützer kamen, um im Park aufzuräumen. In die Müllbeutel kam, was auf dem Boden eines Parks nichts zu suchen hat: Zigarettenstummel, Kronkorken, Essensverpackungen. Eine Stunde lang sammelten die freiwilligen Helfer. Die Zeit haben sie ganz bewusst festgelegt. Ziel eins: Menschen zum Nachdenken anregen Sie wollten dabei auch feststellen, wie viel Müll sie in einer Stunde aufsammeln können. Das Fazit: mehr als zwölf Müllbeutel. "Wir sind glücklich so viel gesammelt zu haben", sagt Nils Grospitz, Vertreter von "NextGen" und Teilnehmer. Der Einsatz habe offenbart, wie dreckig der Ravensberger Park wirklich sei. Doch die Initiative erfährt auch Gegenwind. So wurde bereits ganz zu Beginn der Facebookaccount von "NextGen" gehackt, sodass die Administratoren keinen Zurgriff mehr hatten. Facebook-User hätten sie auch schon als Nazis betitelt, sagt Grospitz. Grund dafür sei die Verwendung des Begriffs "Heimat" gewesen. Die Organisation distanziert sich aber entschieden von den Vorwürfen. Für sie stehe Heimat für Bielefeld und den gesamten Planeten. Das Ziel von "NextGen" sei es vor allem, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, erklärte Grospitz. "Wir alle müssen achtsamer mit unserem Müll umgehen." Mitmachen kann jeder, der möchte. Ziel zwei: Nicht bepflanzte Flächen bepflanzen Ruhen möchte die "NextGen-Familie", wie Reinsz sie nennt, noch lange nicht. In Zukunft sind noch weitere Aktionen dieser Art geplant. Auch größere Aktionen schließe Reinsz nicht aus. Eine Idee sei zum Beispiel, nicht bepflanzte Flächen im Ravensberger Park mit Rasen zu bepflanzen. Sein größtes Ziel allerdings sei, alle Dächer Bielefelds zu bepflanzen, zu begrünen. Das, so sagt er, sei aber bisher noch ein Traum - dessen Erfüllung aber noch in der weiteren Ferne liegen dürfte.

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