Hilfe in Krisenlagen: Zukünftig kann die Feuerwehr – hier Amtsleiter Hans-Dieter Mühlenweg und Leitstellenchef Peter Palsbröker (v.l.) – die Bielefelder per App informieren. Sirenen sind noch nicht wieder da, aber geplant, sagt Dezernentin Anja Ritschel. - © Fotos: Sarah Jonek / Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Hilfe in Krisenlagen: Zukünftig kann die Feuerwehr – hier Amtsleiter Hans-Dieter Mühlenweg und Leitstellenchef Peter Palsbröker (v.l.) – die Bielefelder per App informieren. Sirenen sind noch nicht wieder da, aber geplant, sagt Dezernentin Anja Ritschel. | © Fotos: Sarah Jonek / Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Bielefeld Achtung, landesweite Sirenen-Warnung um 10 Uhr - nur in Bielefeld heult nichts

Die Bielefelder Feuerwehr informiert bei lokalen Großeinsatzlagen ab sofort direkt über die „NINA“-App

Dennis Rother

Bielefeld. Ob Bombenentschärfung, Großbrand oder Unwetter: Es gibt Ereignisse, bei denen Feuerwehr und Polizei nicht nur unmittelbar vor Ort im Einsatz sind, sondern Anwohner im ganzen Stadtteil ansprechen müssen. Etwa um Häuser rechtzeitig zu evakuieren, vor giftigen Rauchwolken zu warnen oder im Katastrophenfall Anweisungen zu übermitteln. Am heutigen Donnerstag testen die NRW-Kommunen dafür all ihre Sirenen. Nur in Bielefeld bleibt es ruhig. Bislang lief sowas über Lautsprecher, die Feuerwehr fuhr Straßenzüge ab. Jetzt kommt in Bielefeld eine kostenlose Handy-App dazu. „NINA" gibt es bundesweit zwar schon länger, aber von nun an gibt’s auch Infos aus der hiesigen Leitstelle. Am Donnerstag findet ein landesweiter Aktionstag statt, der „Warntag NRW". Dabei testen Kommunen alle möglichen Warnmittel, um sie bei Bürgern für Gefahrensituationen wieder ins Bewusstsein zur rücken, heißt es vom Innenministerium. In manchen Städten werden die Warnungen unüberhörbar, denn Sirenengeheul ist angekündigt. Bielefelds Fokus liegt indes auf der Handy-App, denn Sirenen gibt es aktuell nicht. Das wird sich zukünftig ändern. Amtliche Warnung per Satelliten-Nachricht „NINA" steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-App. Seit dem App-Start 2015 wurden über das sogenannte Modulare Warnsystem (MoWas) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 800 Alarmmeldungen eingespeist und versendet, berichtet Leitstellenchef Peter Palsbröker. „Rund 2,6 Millionen Nutzer hat die App bereits", sagt Palsbröker weiter. Mit Informationen zu örtlichen Krisenlagen bei Bränden, Unfällen oder Stürmen können Mitarbeiter der Leitstelle die Bürger nun binnen Sekunden informieren. „Die Übertragung läuft per Satellit." Den Bielefelder „NINA"-Auftakt macht am Donnerstag eine Probealarm-Meldung ab 10 Uhr. Zivilschutz bekomme durch die Leitstellen-Ausstattung eine zusätzliche Komponente, ergänzt Hans-Dieter Mühlenweg, Bielefelds neuer Feuerwehr-Amtsleiter. Gezielt könne man die Bürger aber nicht nur warnen, sondern auch beruhigen, betont er. „Etwa wenn man eine Rauchwolke kilometerweit sieht, wie jüngst beim Umeta-Brand in Ummeln." Hinweise wie Kontaktnummern könnten in Meldungen enthalten sein. Aber nicht alle haben ein Smartphone Klar ist aber: Für die Handy-App braucht man ein Smartphone. Das haben manche nicht. Dezernentin Anja Ritschel betont daher mit Nachdruck, dass im Fall der Fälle das Klingeln nebenan, also Nachbarschaftshilfe, unerlässlich ist. „Denn auch Lautsprecherdurchsagen der Einsatzkräfte hören nicht alle."

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