Lange Schlange am Infopoint: Wie auf diesem Archivbild bildeten sich auch am Donnerstag lange Schlangen vor dem Infopoint der Deutschen Bahn. - © Symbolfoto: Jens Reichenbach
Lange Schlange am Infopoint: Wie auf diesem Archivbild bildeten sich auch am Donnerstag lange Schlangen vor dem Infopoint der Deutschen Bahn. | © Symbolfoto: Jens Reichenbach

Bielefeld Chaos am Bielefelder Hauptbahnhof: Fahrgastverband kritisiert Unwetter-Management

Nach dem kurzen Gewitter am Donnerstag sollen Bahnreisende bis in die Nacht mit Nicht-Informationen abgespeist worden sein

Jens Reichenbach

Bielefeld. Das Unwetter in Bielefeld war kurz und heftig. Wie berichtet knickten zahlreiche Bäume und Äste ab. Natürlich waren auch die Oberleitungen der Bahn davon betroffen. Die Folgen für die Bahnreisenden aus Bielefeld oder diejenigen, die Bielefeld noch erreichen wollten, waren ungleich weitreichender. Willi Wächter, Vorsitzender des Fahrgastverbands "PRO BAHN" erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen das Unwetter-Management der Bahn. In seinem offenen Brief schreibt er: "Obwohl Bielefeld vom Unwetter am Donnerstag nicht sonderlich stark betroffen war, traf es die Bahnreisenden von und nach Bielefeld besonders stark. Ab 20 Uhr bis in die Nacht bildeten sich in der Bahnhofshalle vor dem Infopoint lange Schlangen mit Rat suchenden Reisenden", so Wächter. Über eine Stunde heftiges Durcheinander auf den Bahnsteigen Wächter erklärt: Aus Dortmund und Hamm konnten in den Abendstunden wegen der Zerstörung der Oberleitung keine Züge mehr nach Bielefeld fahren. In Hannover stauten sich zunächst aber auch die Fernzüge (ICEs, ICs) aber auch Nahverkehrszüge, die Bielefeld als Ziel hatten. Die Folge: "Über eine Stunde gab es auf den Bahnsteigen ein heftiges Durcheinander, weil das Bahnpersonal zunächst keine Auskunft über weitere Abfahrten geben konnte. Auch in den geparkten Zügen gab es keinerlei Informationen; aus den Bahnsteiglautsprechern war die Liste gestrichener Züge zu hören." Nach Angaben von Wächter standen schließlich "ziemlich verspätet, aber dennoch startklar zu Abfahrt" Nahverkehrszüge mit Endpunkt Bielefeld bereit. "Obwohl ein IC in Richtung Ruhrgebiet fahren sollte, ließ man ihn bis Bielefeld fahren, um dann ein Abstellgleis in Herford anzusteuern. Ein anderer IC parkte bereits in Minden." Problem: Hauptbahnhof bietet keine Platz für Fernverkehrszüge "Genau das war das Problem, warum ICEs mit entsprechender Länge nicht wenigstens nach Bielefeld fahren konnten", so Wächter. Der Bielefelder Hauptbahnhof biete schlichtweg für solche Züge keine Abstellmöglichkeit. Für die gestrandeten Fahrgäste, die noch nach Hamm oder Dortmund wollten, war die Fahrt nach Bielefeld also auch keine Hilfe, denn das Personal am Infopoint habe keinerlei Verbindungen anzubieten gehabt. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" zieht aus der Situation erneut den Schluss, dass "die Deutsche Bahn mit Nachdruck an ihrem Sonderfall-Management arbeiten muss, denn diese Unwetterkatastrophe war nicht die Letzte."

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