Birkenstock-Schuhe. - © picture alliance / Wolfram Steinberg
Birkenstock-Schuhe. | © picture alliance / Wolfram Steinberg

Bielefeld Schriftliche Anweisungen belegen Birkenstock-Verbot im Hauptzollamt

Behördensprecherin hatte Existenz eines solchen Schreibens abgestritten

Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld. Der Streit um ein Verbot von Birkenstock-Sandalen im Hauptzollamt Bielefeld geht weiter. Entgegen der Aussage von Sprecherin Kirsten Schüler haben Mitarbeiter der Behörde eine schriftliche Anweisung zum Thema Kleiderordnung erhalten, in der namentlich Birkenstock-Sandalen erwähnt werden. In dem Schreiben, dass der Redaktion vorliegt, heißt es: „Durch die Leitung wird anlässlich der Wetterlage daran erinnert, dass wir als Bedienstete des Hauptzollamts unsere Behörde vertreten. Auch die Kleidung hat hier eine gewisse Außenwirkung." Herren werden dazu aufgefordert in Anlehnung an Dienstkleidung lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen und auf das Tragen von Kappen im Innendienst zu verzichten. Damen sollten auf Tops und Flip-Flops verzichten und Hosen, Kleider und Röcke wählen, die zumindest das Knie umspielen. Betroffene wurden aufgefordert, sich zu Hause umzuziehen Zudem heißt es wörtlich: „Auch Birkenstock-Sandalen werden nicht gerne gesehen." Andere Marken werden nicht erwähnt. Die Anweisung endet mit dem Satz: „Sollten diese Empfehlungen missachtet werden, wird der oder die Bedienstete aufgefordert, nach Hause zu fahren und sich umzuziehen." Das Schreiben des Hauptzollamtes Bielefeld sorgt bei vielen Mitarbeitern für Irritationen. Betroffene, die aufgefordert wurden, nach Hause zu gehen und sich außerhalb der Dienstzeit neue Schuhe zu besorgen, fühlen sich diffamiert. Die Betroffenen fragen sich nun, warum Birkenstock-Sandalen mit Flip-Flops gleichgesetzt werden und warum ausschließlich Schuhe der Marke Birkenstock verboten werden. „Birkenstock-Sandalen sind hochwertig und beugen gesundheitlichen Problemen vor, anders als Flip-Flops", sagt eine Mitarbeiterin.

realisiert durch evolver group