Schwarz-Weiß-Blau vorne und hinten: Kevin Pamann präsentiert die neuen Tickets unter der Südtribüne vor imposanter DSC-Kulisse. - © Wolfgang Rudolf
Schwarz-Weiß-Blau vorne und hinten: Kevin Pamann präsentiert die neuen Tickets unter der Südtribüne vor imposanter DSC-Kulisse. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Arminia: Stadion wird umgebaut, Tickets in neuem Design

Saisonstart auf der Alm: DSC legt hinter den Kulissen vorm Dresden-Spiel letzten Schliff an

Bielefeld. Arminia-Fans gibt's doch nur in Bielefeld, sagen viele. Schon in Asemissen oder Elverdissen würden Bayern, Dortmund und Co. Fan-Herzen abgreifen. Ganz richtig ist das sicher nicht. Ganz falsch mutmaßlich auch nicht. Der DSC beansprucht fußballkulturell als selbst ernannter "Klub der Ostwestfalen" aber zumindest die ganze Region für sich und forciert dementsprechend nun die Image-Arbeit: Auf Tickets prangen neben hiesigen Wahrzeichen auch regionale - zumindest ein paar. Auch sonst ist vorm Heimspiel-Auftakt gegen Dynamo Dresden hinter den Kulissen manches neu. Vorab: Das größte Projekt ist derzeit noch nicht ganz fertig. Arminia baut nämlich den VIP-Bereich der SchücoArena für 1.100 Gäste komplett um. Details zu Gestaltung und Kosten gibt der Verein noch nicht preis, aber bei den Verantwortlichen klingt durch, dass man dort genau die Attribute hervorheben will, die mit OWL assoziiert werden: bodenständig und unprätentiös. Ein erster Hinweis: Laut Arminia-Sprecher Tim Placke ist der Name nun "Stammtisch" statt "Business Club". Die Brauerei Krombacher bleibt Sponsor. Feinschliff-Arbeiten sollen am Samstag abgeschlossen sein "Es wird wohnlicher, weniger steril", ergänzt DSC-Marketing-Chef Kevin Pamann über die rund 1.500 Quadratmeter. Die auf Hochglanz getrimmten VIP-Bereiche in Bundesliga-Arenen seien erfahrungsgemäß "großteils austauschbar", Arminias dagegen zukünftig markant. Am Samstag sollen die Feinschliff-Arbeiten abgeschlossen sein. Längst fertig sind indes die unkonventionellen Eintrittskarten. "Neues Selbstbewusstsein, neuen Stolz" sollen sie zeigen, und das nicht nur bezogen auf Bielefeld, sagt Kevin Pamann. Acht Motive gibt es, zu sehen sind neben Sparrenburg, Leineweber und Altem Markt zudem die Externsteine in Horn-Bad Meinberg und das Hermannsdenkmal südlich von Detmold. Der Verein will so seine Position als Repräsentant einer ganzen Region unterstreichen. "Ich wüsste nicht, dass bundesweit andere Vereine ihre Heimat in solch einer Größenordnung abfeiern", sagt Pamann. "Wir sind Ostwestfalen" lautet Arminias Selbstverständnis. Tickets sollen zukünftig zu Sammlerobjekten werden Sponsoren stimmen dem offenbar zu: Im Zuge des zähen Ringens um Finanzhilfen und Stadionverkauf tat sich jüngst bekanntlich das "Bündnis Ostwestfalen" hervor. Arminia ist aber auch gesellschaftlich aktiv, baut etwa Projekte mit Partnerschulen und -städten auf - pikanterweise selbst in vermeintlichen Hochburgen von Zweitligakonkurrent SC Paderborn. Bleibt die Frage: Warum dann keine Wahrzeichen-Motive von dort, warum nur die beiden aus Lippe? Laut Kevin Pamann hat man sich bei der Foto-Auswahl an einer Studie von DSC und Fachhochschule orientiert. Teilnehmer hätten spontan sagen sollen, was sie mit OWL verbinden. Die Resultate sind nun auf den Tickets - inklusive Oetker-Pudding. Weitere Motive seien nicht ausgeschlossen, so Pamann. Der Klub hofft, dass die Tickets zukünftig zu Sammlerobjekten werden - quasi wie Panini-Bildchen. Arminias Stammrevier bleibt indes Bielefeld, logisch. Das freut Bielefeld Marketing als städtische Agentur, die im Frühjahr bei den Fotos half. Schließlich verkauft der DSC jetzt Stadtwerbung in Miniaturformat in Tausender-Stückzahlen, leistet also mächtig Amtshilfe. "Ein starkes Bekenntnis zur Stadt", sagt Sprecherin Kati Bölefahr-Behrends zur DSC-Aktion.

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