Bielefeld Durchbruch: Die Stadtbahnlinie 1 wird jetzt verlängert

Paderborner Straße wird weitgehend einspurig. Was noch zu lösen ist

Carsten Heil

Bielefeld. Ein Spitzengespräch musste es richten. Aber jetzt stehen die Signale auf Grün dafür, dass die Stadtbahn-Linie 1 bis nach Sennestadt verlängert werden kann. Über viele Wochen gab es ein Hin und Her zwischen der Stadt Bielefeld und Straßen NRW über die Frage, was mit der L 756 (Paderborner Straße) im Süden der Stadt passieren und wie parallel zu ihr die von MoBiel und der Stadt gewünschte Verlängerung der Linie 1 verlaufen soll. Jetzt hat ein Gespräch zwischen Andreas Meyer, Regionalchef von Straßen NRW, und Oberbürgermeister Pit Clausen den Durchbruch gebracht. Meyer auf Anfrage: "Die Gespräche waren sehr konstruktiv und wir gehen demnächst in die weiteren Abstimmungen mit MoBiel." Darüber ist nach NW-Informationen auch schon MoBiel-Chef Martin Uekmann informiert. Deutlich weniger Autos am Südring und an der Paderborner Straße Der bisherige Streit: Seit Fertigstellung der A 33 zwischen Ostwestfalendamm und Autobahn 2 fahren deutlich weniger Autos über den Südring und die Paderborner Straße. Nach Angaben von Straßen NRW aber immer noch 17.000 pro Tag. Dennoch will die Stadt Bielefeld mit ihrer Tochter MoBiel entlang der Pkw-Trasse die Linie 1/Senne von der Endstation Waterbör weiterbauen bis nach Sennestadt. Um Platz für die Bahn und Radwege zu schaffen, sollte die Straße von zwei Spuren in jede Richtung auf eine zurückgebaut werden. Dagegen sträubte sich Straßen NRW. Dem Landesbetrieb ist die Straße zugeordnet, er unterhält und pflegt sie und muss darauf achten, dass der Verkehr auch bei Engpässen gut fließen kann. Dafür reiche es nicht, die Straße nur noch einspurig auszulegen, so das Argument der Landesstraßen-Verwaltung. Will Bielefeld aber die Mobilitätswende hinbekommen, mit weniger Auto- und mehr Personen-Nahverkehr ist der Ausbau der Stadtbahn unbedingt erforderlich. Die Arbeitsebenen hatten sich verhakt, wie berichtet. Deshalb hatte Pit Clausen zu dem Spitzengespräch eingeladen. Die Lösung: Von der Waterbör bis zur Buschkampkreuzung soll die Straße in Zukunft einspurig je Richtung verlaufen. An Einmündungen soll es jedoch Abbiegespuren geben. Somit wird Platz für Bahn und Radweg geschaffen. Lediglich zwischen Buschkamp-Kreuzung und Eickelmann-Kreuzung jenseits der Autobahn 2 soll die L 756 insgesamt vierspurig bleiben. Wegen des Autobahn-Anschlusses ist dort ein höheres Verkehrsaufkommen. Clausen sieht das auf Anfrage als einen guten Kompromiss: "Es war in der Tat ein konstruktives Gespräch. Ich war und bin daran interessiert, wie wir Platz für die Stadtbahn bekommen. Ich bin erleichtert, dass wir Einigung in den großen Punkten erzielt haben." Die technischen Details seien jetzt wieder auf der Arbeitsebene zu klären. Dazu gehören Fragen wie Lärmschutz und genauer Verlauf der Schienentrasse. Auch werden die Fachleute sich Gedanken machen müssen, wie der Abschnitt zwischen den beiden Kreuzungen zu gestalten ist. Damit sollen MoBiel und Straßen NRW nach den Sommerferien beginnen.

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