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Die Herforder Straße wurde in Halit-Allee umbenannt. - © Interventionistische Linke
Die Herforder Straße wurde in Halit-Allee umbenannt. | © Interventionistische Linke

Bielefeld Linke Aktivisten benennen Straßen in Bielefeld nach NSU-Opfern um

Bielefeld soll Teil einer deutschlandweiten Aktion sein

Alexandra Buck
10.07.2018 | Stand 10.07.2018, 15:41 Uhr
Silke Katenkamp

Bielefeld/Berlin (dpa). Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linke Aktivisten am Dienstag in mehr als 20 Städten rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen. Auch in Bielefeld sind Straßenschilder überklebt worden. Vier Schilder in Bielefeld überklebt Für die „Umbenennungen" seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke (IL) am Dienstag mit. Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die Organisation als linksextremistisch. Nach Angaben der Verfassungsschützer will sie eine Verbindung schaffen zwischen militanten Gruppierungen und nichtgewaltorientierten Linksextremisten. In Bielefeld hat es offenbar vier Straßen getroffen, berichtet ein Sprecher der IL: Elsa-Brändström-Straße, Arndtstraße, Herforder Straße und Bahnhofstraße. Die Herforder Straße wurde am Jahnplatz in Halit-Allee umbenannt. Halit Yozgat war das neunte und letzte Todesopfer der Mordserie, die in den Jahren 2000 bis 2006 in deutschen Großstädten durch die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund verübt wurde. Damit wolle man „das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen". Zudem äußerte die IL Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht. Gericht will Urteil gegen Beate Zschäpe und Mitangeklagte verkünden An diesem Mittwoch will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess verkünden. Zschäpe war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds". Sie sei als Mittäterin für alle Verbrechen verantwortlich, die ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben. Dazu gehören zehn Morde. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat gewesen sein. Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren war der NSU-Prozess ein Mammutprozess. Trotzdem blieben viele Fragen offen, etwa, ob zum „Nationalsozialistischen Untergrund" noch weitere Menschen gehörten. Zudem gab es massive Vorwürfe gegen die Behörden etwa zu fehlenden Aussagegenehmigungen für Geheimdienstler und geschredderten Akten.

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