Der Bielefelder Jahnplatz. - © Andreas Frücht
Der Bielefelder Jahnplatz. | © Andreas Frücht

Bielefeld Überraschende Schadstoffwerte: Nicht nur der Jahnplatz macht Probleme

Stickoxide: Jahnplatz weniger belastet, Stapenhorststraße mehr - und Haller Weg sehr

Bielefeld. Die Stickoxid-Belastung ist in Bielefeld weiter hoch. Das belegen Zahlen, die der Verkehrsclub VCD gestern nannte. Sie sind bisher nicht amtlich - zeigen aber einige überraschende Trends: Danach nahmen die Schadstoffe auf dem Jahnplatz ab, auf der Stapenhorststraße wieder zu - und lagen am Haller Weg oberhalb des Ostwestfalendamms am höchsten. Den meisten Sprengstoff dürfte der Wert von 41 für den Jahnplatz bergen - weil er nur noch knapp über dem 40er-Grenzwert und deutlich unter dem 2017er-Durchschnitt von 47 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt. Allerdings ist er nur die Summe der Monate des ersten Halbjahrs, die Behörden legen aber den Jahreswert zugrunde. Weil in der zweiten Jahreshälfte aber schon der Verkehrsversuch auf dem Jahnplatz laufen soll, könnte es sein, dass der Wert sogar noch sinkt, vielleicht sogar unter die 40er-Marke. Das hätte Auswirkungen auf den Luftreinhalteplan, auf den die Stadt wartet und bei dem sie bisher härtere Auflagen erwartet. Ob weniger Verkehr, weniger Dieselautos oder aber die Wetterlage Ursache des Rückgangs sind, kann auch Bernd Küffner vom VCD nicht beurteilen. Stickoxid-Werte auf der Stapenhorststraße steigen wieder Für viele, die durch die Stapenhorststraße fahren, überrascht es nicht, dass dort die Stickoxid-Werte wieder steigen. Sie waren 2017 mit 36 unter die 40er-Marke gerutscht, lagen im ersten Quartal 2018 aber schon wieder bei 38, so der VCD - und im Februar sogar bei 42,8, bestätigt das Landesamt für Umwelt (LANUV). Hier wirkt sich die Sperrung der Von-der-Recke-Straße aus und hebt den positiven Effekt von 20-Tonner-Verbot und Tempo 30 auf. Erstaunt zeigt sich Küffner über den hohen Wert am Haller Weg, der bei den offiziellen Messstellen bisher keine Rolle spielt. Oberhalb des Ostwestfalendamms hatte die Deutsche Umwelthilfe im Februar einen Monat auch mit einem Passivsammler gemessen und 44,7 Mikrogramm pro Kubikmeter ermittelt. Damit wäre die Luft hier schlechter, als der Grenzwert erlaubt. Ein Problem, das die Behörden bisher nicht thematisiert haben.

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