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Ausgezeichnet: Im „Pioneers Club" sind Mitarbeiter- und Besucherkinder wie Casper und Lilli (beide 5) willkommen. Geschäftsführerin Britta Herbst, selbst Mutter, organisiert zudem besondere Familientreffen für die sogenannte Community. - © Andreas Zobe
Ausgezeichnet: Im „Pioneers Club" sind Mitarbeiter- und Besucherkinder wie Casper und Lilli (beide 5) willkommen. Geschäftsführerin Britta Herbst, selbst Mutter, organisiert zudem besondere Familientreffen für die sogenannte Community. | © Andreas Zobe

Bielefeld Job und Kind – wie sechs Bielefelder Unternehmen Eltern unterstützen

Familie mittendrin (27): Wenn arbeitende Eltern überlastet sind, schadet das nicht nur der Familie – nachweislich. Wie sich dagegen auch im Kleinen etwas tun lässt, zeigen sechs teilweise noch sehr junge Unternehmen. Sie wurden jetzt für besondere Familienfreundlichkeit ausgezeichnet, wie schon andere zuvor

Ivonne Michel
17.06.2018 | Stand 17.06.2018, 15:41 Uhr

Bielefeld. Kinder von gestressten Eltern sind unglücklicher, hat eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld nachgewiesen. Und auch Eltern, die sich immer hin- und hergerissen fühlen zwischen Familie und Beruf, leiden unter der Dauerbelastung. Dass das auf die Dauer für keinen gut ist, haben viele Unternehmen erkannt. Sechs aus Bielefeld wurden jetzt vom „Bielefelder Bündnis für Familie" für ihre vorbildliche Familienpolitik ausgezeichnet. Wir zeigen, was sie da Besonderes tun. Eine gute Fee Sie holt Mitarbeiter-Kinder aus der Kita ab, kocht kränkelnden Kollegen Ingwertee und sorgt für das Wohlbefinden aller Mitarbeiter: Bei der Firma „u+i interact" gibt’s extra dafür eine gute Fee im Team. Flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, Elternzeit für Väter und Jobfahrräder, auch für die Partner. „Selbstverständlich heutzutage", sagt Geschäftsführer Eike Klein. Individuelle Lösungen Flexibilität heißt das Zauberwort für Familienfreundlichkeit bei „Greenergetic". Viele Mitarbeiter sind noch sehr jung und direkt nach dem Studium eingestiegen. „Da ist uns klar, dass irgendwann die Familienplanung beginnt", sagt Geschäftsführer Martin Tins. Teilzeit, Homeoffice oder Elternzeit für Väter: Um die Fachkräfte nicht zu verlieren, gibt’s dann individuelle Lösungen. Aktionen fürs Wohlbefinden Familienfreundlichkeit bedeute bei der Firma „EFB Elektronik" eine „gute Grundsicherheit", sagt Personalleiterin Katrin Schwarz. Ganz individuell auf die aktuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen. Monatliche Gesundheitsaktionen, wie eine Müsli- oder Smoothie-Bar, unterstützen das Wohlbefinden. Das wiederum wirke sich auch positiv auf die Familie aus. Arbeiten von zu Hause Bei Bedarf von zu Hause aus arbeiten, die Zeit flexibel einteilen können, auch als Vater in Elternzeit gehen: „Das ist doch eigentlich alles selbstverständlich", sagt auch Peter Wiegelmann, CEO der Firma „Interrogare". Besonders sensibel gehe das Unternehmen mit dem Thema Selbstausbeutung um. Auszeiten seien wichtig. „Wir erwarten nicht, dass Mitarbeiter am Wochenende oder mitten in der Nacht 
E-Mails lesen", sagt Wiegelmann. Familien-Netzwerk Im „Pioneers Club" arbeiten rund 120 Jungunternehmer an an innovativen Ideen. Das vor einem Jahr gegründet Unternehmen selbst hat drei Mitarbeiterinnen – und das „Family Network" ins Leben gerufen. Für Eltern und Kinder gibt’s regelmäßige Treffen, bei denen Eltern und Kinder aus der „Community", wie Geschäftsführerin Britta Herbst das Netzwerk nennt, Kontakte knüpfen können, Roboter bestaunen und begreifen oder spielerisch Programmieren lernen können. Übernahme von Kita-Kosten Die Baugenossenschaft „Freie Scholle" betreibt selbst zwei Kitas und übernimmt die kompletten Kita-Beiträge für ihre Mitarbeiter, inklusive der Verpflegungskosten. Außerdem veranstaltet das Unternehmen in den Ferien in den Siedlungen kreative Workshops für Kinder, organisiert Schüler-Lernhilfe und den sogenannten „Vereinbarkeitslotsen". „Das ist ein Beratungsangebot zu Fragen wie Pflege von Angehörigen oder Erziehung, das sehr gut genutzt wird", berichtet Torsten Hannowsky, Leiter des Personalwesens. Unternehmen, die sich zu Familienfreundlichkeit bekennen, können sich für die nächste Runde bewerben. Infos unter www.familienbuendnis-
bielefeld.de

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