Bielefeld Protest um Ursula Haverbeck: Diese Wege nehmen die Demonstranten in Bielefeld

Polizei-Großaufgebot: Behörde will 150 Neonazis und Demonstranten voneinander trennen

Bielefeld. Die Neonazi-Partei "Die Rechte" hat für den heutigen Feiertag eine Demo mit 150 Neonazis in Quelle angemeldet. Laut der Anmeldung bei der Polizei soll es um 14 Uhr unter dem Motto "Freiheit für Ursula Haverbeck" eine einstündige Kundgebung auf der Carl-Severing-Straße (Höhe Bahnhof Quelle) geben, anschließend ziehen die Demonstranten über Queller und Hermelinstraße vor das Hafthaus Ummeln der Justizvollzugsanstalt Senne. Schon um 13 Uhr wird das "Bündnis gegen Rechts" unter dem Motto "Gegen Antisemitismus und Holocaustleugnung" vor Ort sein und ein lautes Zeichen gegen "Holocaustleugnung" und "Neonazis" geben. Das Bündnis rechnet mit etwa 300 Teilnehmern, die ebenfalls zum Hafthaus Ummeln wollen. Dort vermuteten die Anmelder bis gestern die wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (89). Doch Kerstin Höltkemeyer-Schwick, Leiterin der JVA Senne, teilte dann mit, dass "die Eignung der 89-Jährigen für den offenen Strafvollzug nicht gegeben ist". Kurz gesagt: Es besteht die Gefahr, dass die 89-Jährige die Ausgangsregelungen des offenen Vollzugs zur Flucht missbrauchen könnte. Dafür spreche, dass die Vlothoerin ihren Haftantritt versäumte, unmittelbar Kontakt zur rechten Szene suchte und schließlich erst von der Polizei verhaftet werden musste. Es besteht Flucht- und sogar Wiederholungsgefahr Zudem sei davon auszugehen, dass die notorische Volksverhetzerin außerhalb der Anstalt weiterhin Straftaten begehen werde, berichtete Uwe Nelle-Cornelsen, Leiter der JVA Brackwede. "Also auch Wiederholungsgefahr." Seitdem sitzt Ursula Haverbeck nun im geschlossenen Vollzug der benachbarten Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede. Dort gibt es keine Ausgangsregelungen. Ort der Auftaktkundgebung des Bündnisses wird die Paul-Schwarze-Straße sein - in Blick- und Hörweite zu den Neonazis. Später werden die Gegendemonstranten über Kupfer-, Silber-, Messing und Zinnstraße zur Abschlusskundgebung am Wolfspfad marschieren. Hier - in Sichtweite zu den beiden Bielefelder Gefängnissen - werden sich Neonazis und Gegendemonstranten wieder sehen. "Die Polizei Bielefeld wird alles tun, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten", betont Sprecherin Sonja Rehmert. Ziel sei es, dass die angemeldeten Versammlungen störungsfrei durchgeführt werden können. "Dazu zählt insbesondere, dass ein Aufeinandertreffen gegnerischer Gruppen verhindert wird." Die Polizei wird die Demozüge mit einem Großaufgebot von Einsatzhundertschaften, einer Reiterstaffel und dem Verkehrsdienst begleiten. Von 13 bis 20 Uhr ist mit Sperrungen und Verkehrsbehinderungen zu rechnen Natürlich werden auch Kripo und Staatsschutz die Gruppen im Auge haben. "Gegen gewaltbereite und gewalttätige Teilnehmer werden wir konsequent vorgehen", so Rehmert. Von 13 bis 20 Uhr ist heute in Quelle rund um Carl-Severing- und Queller Straße mit mehreren Sperrungen und Kontrollen auch für Anwohner, Anlieger und Gewerbetreibende zu rechnen.

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