Weil er auf einer Teenager-Party blank zog, musste sich der inzwischen 70-jährige Nacktflitzer Ernie erneut vor Gericht verantworten. - © Symbolfoto: Wolfgang Rudolf
Weil er auf einer Teenager-Party blank zog, musste sich der inzwischen 70-jährige Nacktflitzer Ernie erneut vor Gericht verantworten. | © Symbolfoto: Wolfgang Rudolf

Bielefeld/Hamburg Ernie zieht vor Schülerinnen blank: Bielefelds bekanntester Flitzer verurteilt

70-Jähriger lässt in einer Hamburger Jugendherberge die Hüllen fallen und löst einen Polizeieinsatz aus

Jens Reichenbach
Nils Middelhauve

Bielefeld/Hamburg. Neuer Ärger für Bielefelds prominentesten Nacktflitzer: Ernst Wilhelm W. (70) - in Bielefeld und weit darüber hinaus besser bekannt als "Flitzer Ernie" - muss wieder ins Gefängnis. Diesmal hatte er vor einer Klasse in einer Hamburger Jugendherberge blank gezogen. Wie sein Verteidiger, Rechtsanwalt Carsten Ernst bestätigte, war sein Mandant im Juli 2017 in Hamburg. Im April 2018 musste der 70-Jährige nach Hamburg zurückkehren, weil er sich damals gegen 22.30 Uhr im Adamskostüm zwischen die feiernden Teenager einer Wuppertaler Klasse gemischt hatte. Kreischend sollen die Mädchen davongelaufen sein, berichtete der Bielefelder in der Verhandlung. Einige ließen sich kaum mehr beruhigen, so ein Polizist später. "Die Leute dort wollten etwas zu sehen bekommen" Die Folge des Nacktauftritts: Die Abschlussfeier der Klasse wurde abgebrochen und die Polizei musste erscheinen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm dafür nun die Erregung öffentlichen Ärgernisses vor. Ernie hatte bereits im Februar vor dem Bielefelder Amtsgericht zu dem Hamburger Vorfall ausgesagt: „Die Leute dort wollten etwas zu sehen bekommen – die kannten mich aus dem Fernsehen, Frau Richterin." Allerdings fügte er auch kleinlaut hinzu: „Und dann bin ich da rausgeflogen." Es war bei Weitem nicht der erste Vorfall dieser Art. Auch Hamburg ist für Ernie kein neues Pflaster. Radelte er doch immer noch gerne nackt über die Reeperbahn. Unverbesserlich:  Er zog sogar vor Richtern blank Selbst im Gerichtssaal blieb er sich treu und entblößte während des Urteilspruchs in einem Verfahren vor einem Duisburger Amtsgericht direkt vor dem Richter sein Geschlechtsteil. Das brachte ihm sogar eine Strafe von 15 Monaten ein. Bereits in den 1980er Jahren hatte der passionierte Kraftsportler und selbst-bezeichnete Künstler überregionale Bekanntheit erlangt, da er seinen Körper immer wieder in Fußballstadien, auf öffentlichen Plätzen und bevorzugt auf dem Fahrrad nackt zur Schau gestellt hatte. 27 Vorstrafen hat der Bielefelder inzwischen gesammelt, inklusive zehn Jahren Hafterfahrung - längst nicht alle wegen seiner Freikörperkultur. Seine jüngste Verurteilung aus Bielefeld zu sechs Monaten Haft kassierte er im Februar wegen notorischen Schwarzfahrens. 9 Monate Haft ohne Bewährung Jetzt verurteilte ihn das Hamburger Amtsgericht unter Einbeziehung dieses Urteils zu neun Monaten Gefängnis. Als Wiederholungstäter erhielt er keine Bewährung. Ernst W. und sein Verteidiger Carsten Ernst nahmen das Urteil an.

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