Bier auf dem elektrischen Weg: Frank Loddemann fährt seine Biersorten ab sofort mit einem elektronischen Lastenfahrrad durch Bielefeld. Er nimmt an einem Projekt des Umweltministeriums sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt teil. - © Oliver Krato
Bier auf dem elektrischen Weg: Frank Loddemann fährt seine Biersorten ab sofort mit einem elektronischen Lastenfahrrad durch Bielefeld. Er nimmt an einem Projekt des Umweltministeriums sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt teil. | © Oliver Krato

Mitte Bielefelds Bier-Fahrrad wird zum bundesweiten Vorzeigeprojekt

Unternehmer Frank Loddemann nimmt mit dem "Bielefelder Biersalon" an einem Mobilitätsprojekt des Umweltministeriums teil. Er testet nun für drei Monate ein elektrisches Lastenfahrrad

Jan Ahlers

Mitte. Eigentlich ist Frank Loddemann nur ein Symbolträger. Umweltbewusst fährt er schließlich schon seit der Eröffnung seines "Bielefelder Biersalons" im Jahr 2015. Seine treuen Kunden erhalten ihre monatliche Lieferung stets per Fahrrad - nun wird dieses elektrisch angetrieben. Dahinter steckt das Mobilitätsprojekt "Ich entlaste Städte" vom deutschen Umweltministerium sowie dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Das stiftet 150 Elektro-Lastenräder an Unternehmen in ganz Deutschland, die dieses als gewerbliches Transportmittel verwenden möchten. Musiklehrer, Schornsteinfeger und Schreiner nutzen das Gefährt bereits - nun auch der Biersalon. Loddemann hatte sich im vergangenen Jahr für das Projekt beworben. "Das ist doch eine gute Sache", sagt er. Beim leidenschaftlichen Radfahrer werden zwar keine benzinschluckenden Fahrzeuge ersetzt. Dafür aber radelt Loddemann jetzt entspannter, "vor allem die Bergstrecken". Der Bierexperte, der in seinem Ladenlokal ausgefallene Sorten verschiedenster Länder anbietet, fährt monatlich seine Stammkunden persönlich an. Diese haben ein "Bier-Abo" abgeschlossen. "Eine Auswahl aus wechselnden Sorten für Kenner", erklärt Loddemann. Um diese Kundschaft zu erreichen, müsse er pro Woche etwa 70 Kilometer zurücklegen - bislang stets mit eigener Kraft. Seit dem vergangenen Samstag hat Loddemann umgesattelt. Er schwärmt von der elektrischen Beschleunigung, wird dafür aber digital beobachtet: Jeder Weg, den Loddemann zurücklegt, wird mit einem Tracking-System zurückverfolgt. So sollen laut Wissenschaftlern mögliche Effekte auf Umwelt und Verkehr festgestellt werden. Eine langfristige Option ist das elektronische Lastenfahrrad, das Loddemann bis Mitte Juni testen wird, derweil noch nicht. Er muss zugeben: "Der Preis für das Fahrrad ist ziemlich happig." Bis zu 7.000 Euro müsse er für das Rad bezahlen. "Dann steige ich eher wieder um." Gut, dass Loddemann ohnehin gerne "grün" fährt - dann eben wieder mit Muskelantrieb.

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